Symposium mit Nobelpreisträgern Nash und Selten
Kölner Uni im Ausnahmezustand

Der Titel der Veranstaltung war alles andere als sexy: „Spieltheorie und Experimentelle Wirtschaftsforschung“ hieß das Symposium, das am Donnerstag Abend in der Kölner Uni stattfand. Doch auf dem Podium saßen die Ökonomie-Nobelpreisträger John Nash und Reinhard. Deutlich mehr als 1000 Studenten wollten dabei sein – der Andrang überforderte die Veranstalter.

KÖLN. Schon eine dreiviertel Stunde vor Beginn der Veranstaltung hieß es: Nichts geht mehr. Bis auf den letzten Platz war die Aula der Universität besetzt – und in den Gängen vor dem riesigen Hörsaal warteten noch hunderte Studenten auf eine Chance, irgendwie einen Blick auf die beiden Ökonomie-Koryphäen John Nash und Reinhard Selten zu erhaschen. Der Kölner Ökonomie-Professor Axel Ockenfels hatte beide für das Symposium „Spieltheorie und Experimentelle Wirtschaftsforschung“ eingeladen. Einige Besucher waren dafür bis zu 400 Kilometer gefahren – um dann vor verschlossenen Türen zu stehen.

Wer früh genug da war, erlebte spannende 75 Minuten. So offenbarte Reinhard Selten, dass seiner Meinung nach weder die Spielheorie noch die experimentelle Wirtschaftsforschung eine Lösung auf das derzeit dringendste Problem liefern könnten – die Arbeitslosigkeit. „Wir müssen etwas tun, um die Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen“, sagte der Bonner Professor, der 1994 zusammen mit Nash und John Harsanyi den Ökonomie-Nobelpreis bekam. „Ich habe dafür leider keine Patentlösung im Angebot“, räumte er ein. „Auf Dauer werden wir nicht darum herum kommen, einen den Niedriglohnsektor zu subventionieren“, sagte Selten und nannte das „Magdeburger Modell“ als ein sinnvolles Konzept.

John Nash betrachtet auch den Klimawandel als eines der dringendsten Probleme der Menschheit. „Wir müssen uns ernsthaft fragen, was wir dagegen tun können“, sagte der Ökonom aus Princeton. Zumindest auf diesem Gebiet können Spieltheorie und experimentelle Wirtschaftsforschung nach Ansicht von Ockenfels helfen. „Damit können wir versuchen, Märkte zu designen, die besser funktionieren als der bisherige Emissionshandel“, sagte der Kölner Professor, der 2005 den mit 1,55 Mill. Euro dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhielt. „Vielleicht tragen bessere Märkte dazu bei, dass Umweltschutz billiger wird.“

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