Universität Zürich
Mega-Spende verschärft Wettbewerb der Hochschulen

Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sehen sich VWL-Fakultäten öfter nach privaten Geldgebern um. Die Universität Zürich hat nun 100 Millionen Franken erhalten - die Spende verschärft den Konkurrenzkampf.
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Zwischendurch hätte er fast das Handtuch geworfen. „Ich war nahe dran, aufzugeben“, erzählt der Züricher Professor Ernst Fehr. Vor vier Jahren hat der Volkswirt angefangen, nach privaten Geldgebern für die VWL-Fakultät der Universität Zürich zu suchen. Dutzende Gespräche führte er mit potenziellen Mäzenen, stets erntete er Absagen. „Das“, erinnert er sich, „war eine frustrierende Zeit.“

Jetzt hat sich die Mühe doch noch gelohnt – und wie: Hundert Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 83 Millionen Euro, hat Fehr und die von ihm initiierte „Excellence Foundation Zürich“ bei der Schweizer Großbank UBS lockergemacht. Das Geld ist Teil einer Bildungsinitiative, die die UBS zu ihrem 150. Geburtstag startet – und die mit Abstand größte private Einzelspende für volkswirtschaftliche Forschung im deutschsprachigen Raum. Fünf Lehrstühle und ein Doktorandenprogramm will die Fakultät damit finanzieren.

Der Geldregen bestätigt einen seit mehreren Jahren anhaltenden Trend: Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sehen sich VWL-Fakultäten verstärkt nach privaten Geldgebern um. Die Uni Düsseldorf baute mit einer 40-Millionen-Euro-Spende der Unternehmerfamilie Schwarz-Schütte eine Denkfabrik für Wettbewerbspolitik auf; das Frankfurter House of Finance sammelte 21 Millionen Euro bei Finanzdienstleistern ein.

„Es ist klar, dass die staatlichen Mittel in den nächsten Jahren nicht steigen, sondern eher sinken werden“, sagt Martin Peitz, Sprecher der Mannheimer VWL-Fakultät. „Die Vergabe der öffentlichen Mittel ist zudem in keiner Weise forschungsbezogen – private Gelder sind daher für uns ganz wichtig.“ 

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Wettlauf zwischen Fakultäten verschärft

Kommentare zu " Universität Zürich: Mega-Spende verschärft Wettbewerb der Hochschulen"

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  • Das ist nur wiedermal ein von Fehrs Wegen den Nobelpreis zu bekommen. Als neuer Direktor, wird er bestimmt seinen Namen auf alle Publikationen draufsetzten wie er es schon tut

  • Wie geistig leistungsfähig VWLer sind, sieht man leider auch sehr schön an den Kommentaren. "Zu meiner Zeit waren Seminare sehr klein, und damit gut und effektiv" und deshalb "Ich freue mich über die Spende an meine alte Uni Zürich!" Im Artikel steht klar, dass nur noch die großen Fakultäten überleben werden und man deshalb möglichst stark wachsen will. Adé, klein und effektiv. Der Kommentator freut sich also darüber, dass es auch in Zürich so schlecht wird, wie er es andernorts selbst erlebt hat und negativ davon berichtet. Wer so gestört ist, dass er dem Text nicht folgen kann, für den sind 5 aus 20 selbstverständlich 20%, wie im Text zu lesen ist.

    Solche Leute ruinieren dann als Spitzenbanker ganze Volkswirtschaften. Man lässt sie gewähren, weil sie ja von Top-Unis kommen.

    Wie krank muss jemand sein, um VWL zu studieren? Es ist einfach unglaublich.

  • Je länger ich über den Artikel nachdenke, desto mehr ärgert er mich.
    Was hätte man mit 100 Millionen Franken alles anstellen können? Da wäre mir einiges eingefallen: Von Mobilität bis Energiewende.
    Was machen die VWLer aus dem Geld? Sie machen verhaltensorientierte Forschung. M. a. W.: Wie kann man die Leute noch besser abzocken, ohne dass die es merken?

    Der BWL und VWL gehört wirklich das Geld entzogen. Solche Fächer sind Religionen, keine Wissenschaften. Selbst die Bibel hat noch mehr Substanz, als diese dogmatischen Glaubenslehren.

    Weshalb der Staat Sekten unterstützen soll, ist mir nicht ganz klar. Weshalb er auf Sekten hören soll, noch weniger. Auch vor der Wiedervereinigung wurde gewarnt, dass die DM im Osten nicht funktioniert, was ja dann auch eingetreten ist. Wen kümmert solchen Unsinn? Gott sei Dank, niemanden! Die Wiedervereinigung war ein politisches Projekt und Europa / Euroland ist es auch. Aber bornierte Besserwisser wollen es einfach nicht kapieren. Welche Lösungsvorschläge kamen und kommen von der VWL jetzt? Durch die Bank weg nur dummes Zeug, dass die Lage noch schlimmer gemacht hat und weiterhin macht. Daraus wird dann der Zirkelschluss gezogen, man habe es ja schließlich schon vorher gewusst und gesagt. Auf solche pseudo-wissenschaftlichen geistigen Tiefflieger kann die Menschheit gut verzichten.

    Wahrscheinlich beträgt die Spende weniger als 1% dessen, was die UBS allein an der Griechenland-Spekulation verdient hat - auf Kosten Deutschlands und der übrigen Eurozone. In 2008 musste die UBS mit 68 Milliarden Franken gestützt werden. Kurz danach wurden wieder hohe Boni ausgeschüttet und man fährt wieder satte Gewinne ein. Jetzt werden ein paar Peanuts davon gespendet, weil die Bank ein Jubiläum feiert. Es ist einfach nur noch widerlich.

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