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USA wollen spätestens 2009 IFRS-Standards anerkennen

Die Europäische Union und die USA haben sich grundsätzlich auf die gegenseitige Anerkennung ihrer ...

Die Europäische Union und die USA haben sich grundsätzlich auf die gegenseitige Anerkennung ihrer Rechnungslegungsstandards verständigt, dies meldet die Börsen-Zeitung am 23. 4. 2005.
Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Charlie McCreevy erklärte nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der US-Börsenaufsicht, William Donaldson, die Verständigung auf einen festen Zeitplan sei "ein Zeichen des gemeinsamen Interesses, den Verwaltungsaufwand und die damit einhergehenden Kosten für die Wirtschaft zu reduzieren". Laut McCreevy könnte die gegenseitige Anerkennung der Bilanzierungsstandards bereits 2007, spätestens aber 2009 erfolgen. Der EU-Kommissar unterstrich, er werde im kommenden Jahr erneut mit dem SEC-Chef zusammentreffen, um die erzielten Fortschritte auf technischer Ebene zwischen beiden Seiten zu bewerten.
McCreevy hatte erst vor wenigen Wochen gedroht, die EU könne möglicherweise US-Unternehmen das Privileg streichen, in Europa unverändert ihre Bilanzen nach US-GAAP erstellen zu können. Die Anerkennung von US-GAAP in Europa dürfe "keine Einbahnstraße sein", nachdem europäische Firmen in den USA mit den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS nicht zum Zuge kämen. IFRS sind seit Anfang des Jahres für die börsennotierten Unternehmen in Europa verbindlich. Für Unternehmen, die in den USA notiert sind, kann dies auf den 1. 1. 2007 verlängert werden.
SEC-Chef Donaldson erklärte ebenfalls, die gegenseitige Anerkennung der Bilanzierungsstandards solle "so schnell wie möglich" zwischen jetzt und dem Jahr 2009 erreicht werden. Die erste Möglichkeit für die SEC, die neuen internationalen Rechnungslegungsstandards ausländischer Emittenten zu prüfen, sei Mitte des Jahres 2006 für die Abschlüsse aus dem laufenden Jahr.
Donaldson räumte zugleich ein, für den Erfolg von IFRS seien letztlich viele Beteiligte, darunter die Unternehmen, die Wirtschaftsprüfer, die Standardsetter sowie die Regulierer verantwortlich. Voraussetzung für die endgültige Anerkennung sei eine konsistente Anwendung und Interpretation der Regeln.
Nach Angaben von Donaldson wurde auch die europäische Forderung diskutiert, die Vorschriften in den USA für einen Rückzug europäischer Unternehmen von den amerikanischen Börsen zu erleichtern. Die SEC erwäge hier, vor Ende des Jahres einen Vorschlag vorzulegen. Die europäischen Emittenten-Organisationen hatten der SEC zuletzt eine Reihe zusätzlicher Vorschläge unterbreitet, um einen erleichterten Börsenrückzug europäischer Unternehmen in den USA zu erreichen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 29.04.2005

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