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Venture Capital: Investitionen in Deutschland rückläufig

Wie die VDI-Nachrichten feststellen mussten, waren im vierten Quartal 2004 die ...

Wie die VDI-Nachrichten feststellen mussten, waren im vierten Quartal 2004 die Risikokapital-Investitionen des Venture Capital Panel, das rund 40 Investoren umfasst, rückläufig. Gegenüber den 112 Mio. Euro im dritten Quartal wurden im letzten Quartal des Jahres nur noch 84 Mio. Euro in neue Technologie-Unternehmen investiert. Besonders die Erstinvestitionen gingen deutlich zurück und die Folgeinvestitionen in das bereits bestehende Portfolio waren im Durchschnitt eher von geringem Umfang. Deutschland ist als Standort für High-tech Investitionen weiterhin nicht genügend attraktiv. Risikokapital-Experten wie Tobias Janssen, CEO von Goldfish Holdings Inc warnen aber vor Generalisierungen: "Zwar gelingt nur etwa einem Drittel der Startup-Unternehmen das Kunststück, sich mit ihrer Idee erfolgreich am Markt durchzusetzen, aber hier sind auch die Expertise und die Vernetzung des Investors gefragt. Es geht nicht alleine um die finanzielle Beteiligung, sondern um Menschen mit Visionen und die Kompetenznetzwerke. Wir finden auch in Deutschland viele fruchtbare Ideen, die mit der richtigen Betreuung zum Erfolg gebracht werden können."
Dass Risikokapital grundsätzlich vorhanden ist und die Bereitschaft zu Investitionen besteht, zeigen auch die Auslandsaktivitäten der Unternehmen. Tatsächlich ist das Investitionsvolumen der Panelteilnehmer in 2004 gegenüber 2003 deutlich gestiegen, von 360 Mio. auf 469 Mio. Euro, aber die tatsächlich im Kalenderjahr getätigten Investitionen waren rückläufig: nur 326 Mio. Euro wurden tatsächlich investiert. Finanzexperten sehen eine wachsende Zurückhaltung. Die dem VC Panel angehörenden Unternehmen haben im vierten Quartal 2004 zwar neun Erstinvestitionen durchgeführt, davon aber nur drei in Deutschland. Hingegen aber setzt sich der Trend zu Auslandsinvestitionen immer stärker durch. Insgesamt haben deutsche Investoren im letzten Quartal 2004 rund 280 Mio. Euro in Risikokapital-Beteiligungen investiert, das VC Panel macht davon circa 30% aus. Starke Investoren sind daneben die 3i Deutschland und Techno Venture Management. Als Grund für die Zurückhaltung werden allgemein geringe Chancen angesehen, die international üblichen Renditen von 15% mit Investitionen in Deutschland zu erwirtschaften. Hinzu kommen branchenspezifische Restriktionen, etwa die mangelnde Wettbewerbssituation im Telekommunikationsmarkt oder die teilweise restriktive rechtliche Umgebung im Bio-Bereich. Auch die Steuergesetze sind in Deutschland nicht dazu angetan, Unternehmensgründungen zu fördern; Steuerentlastungen und Steuervorteile für den Invest in jungen Unternehmen und auch den Exit sehen etwa in Großbritannien ganz anders aus. Zuletzt hat auch Frankreich den bürokratischen Aufwand für Unternehmensgründungen deutlich reduziert.
Mit Blick auf die einzelnen High-tech Branchen in Deutschland zeigt sich, dass die Bio-/Medizin-Branche für Risikokapital das attraktivste Marktsegment darstellt. Unter den drei führenden Branchen liegen die Biotechnologie auf Platz eins und die Medizintechnik auf Platz drei. Dazwischen verharrt die Telekommunikation auf dem zweiten Platz. Besonders beliebt sind in Deutschland im Bio-/Medizin-Bereich Investitionen, die weniger der Grundlagenentwicklung als vielmehr dazu dienen, bereits technisch funktionierende Entwicklungen zur Marktreife zu bringen.
Mehr dazu unter: http://www.vcpanel.de

Quelle: FINANZ BETRIEB, 21.02.2005

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