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Venture Capital-Panel: 4. Quartal und Gesamtjahr 2004

Die Venture Capital-Finanzierungen konnten im Schlussquartal die positive Tendenz des Jahres 2004 ...

Die Venture Capital-Finanzierungen konnten im Schlussquartal die positive Tendenz des Jahres 2004 nicht fortsetzen. Die Anzahl der Investments von 40 befragten Venture Capital-Gesellschaften fiel im 4. Quartal gegenüber dem Vorquartal um mehr als ein Viertel zurück. Dennoch konnten sich im gesamten Jahr die Investmentaktivitäten stabilisieren. Die Belebung der VC-Finanzierungen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2004 erfuhr im 4. Quartal einen herben Rückschlag. Stieg die Anzahl der Erstinvestments im 1. Quartal noch auf 29 und somit auf ihren höchsten Stand seit über zwei Jahren, so wurden im Abschlussquartal nur 16 neue Investments gemeldet.
Nach 339 Investments im Vorjahr gingen die 40 Teilnehmer des VC-Panels im Jahr 2004 326 Investments ein. Dieser Rückgang resultiert jedoch aus einer geringeren Anzahl an Folgeinvestments (Nachfinanzierungen) in bestehenden Portfoliounternehmen. Die neu abgeschlossen Beteiligungen stiegen hingegen deutlich von 74 auf 94 Investments über das ganze Jahr gesehen und signalisieren eine deutliche Belebung der Branche. Rund 469 Mio. Euro (2003: 360 Mio. €) wurde in 222 Unternehmen investiert. Rechnet man die Mittel hinzu, die von externen, zu meist ausländischen Co-Investoren aufgebracht wurden, so flossen einem Unternehmen durchschnittlich 6,8 Mio € zu. Wie schon in den Vorjahren profitierten deutsche Unternehmen davon immer weniger. Denn über 30% der Finanzierungen wurden mit ausländischen Unternehmen abgeschlossen. Noch schwieriger war die Situation für Unternehmen, die zuvor noch keine Venture Capital-Investoren an Bord hatten. Lediglich 42 Unternehmen wurden erstmals mit Venture Capital finanziert (A-Runden), davon aber nur 21 in Deutschland.
Zu den aktivsten Investoren gehörten Techno Venture Management (10 Erstinvestments, 30 Folgeinvestments), 3i Deutschland (8/30), Target Partners (5/14) und PolyTechnos (11/6). PolyTechnos war darüber hinaus die VC-Firma, die auch die meisten Erstinvestments einging. Die Biotechnologie zog einmal mehr die meisten Investments (111), wie auch das meiste Kapital (785 Mio. Euro) an. Die durchschnittliche Beteiligungshöhe lag somit bei 7 Mio. € pro Investment. An zweiter Stelle lagen Softwareunternehmen. Insgesamt wurden hier 53 Investments und ein Investitionsvolumen von 54 Mio. € gemeldet. Bei den A-Runden waren es neben Biotechunternehmen (10 Beteiligungen) erstmals auch Medizintechnikunternehmen (5 Beteiligungen), die in der Gunst der Investoren ganz vorne lagen.
Positiv entwickelte sich die Exit-Situation. Die Anzahl der erfolgreichen Veräußerungen (Trade Sales, IPO, etc.) erhöhte sich von 72 in 2003 auf 80 in 2004. Erstmals gelangen sogar wieder zwei Börsengänge - einer in Deutschland (Epigenomics) und einer in den USA (Idenix). Die Anzahl der Abschreibungen fiel im gleichen Zeitraum von 70 auf 45 und lässt darauf schließen, dass sich die Konsolidierung der Beteiligungsportfolios dem Ende neigt.
Das Jahr 2004 kann als Wendepunkt für die Talfahrt der Venture Capital-Branche in den letzten Jahren gewertet werden. Die noch immer bestehende Zurückhaltung bei neuen Engagements und die große Zahl an Investments unter Beteiligung ausländischer Investoren deutet jedoch darauf hin, dass die Mehrzahl der deutschen Venture Capital-Firmen sich dem Ende der aktuellen Fondsgeneration nährt und ihre Mittel weitgehend investiert hat. Investoren mit frischem Kapital stehen hingegen vor der Herausforderung Syndizierungspartner für neue Beteiligungen zu finden - zwangsläufig führt der Weg immer häufiger ins Ausland.
Deutlich wird die Situation der Branche auch, wenn man nach den Plänen für die Auflegung neuer Fonds fragt: Rund 70% der 40 Panelisten beginnen in Kürze mit dem Fund Raising oder sind bereits dabei. Erste Erfolgsmeldungen kamen kürzlich in diesem Zusammenhang von Triangle, tvm, Ventizz und Wellington. Diese Nachrichten waren es wohl auch, die 19 Gesellschaften des Panels die Zuversicht gaben, die Frage nach den geplanten Investments 2005 mit mehr neuen Beteiligungen und Kapital zu beantworten. Sollten sie ihre Vorhersagen erfüllen, so ist in diesem Jahr bei den Erstinvestments mit einem Anstieg von 30% auf rund 120 Beteiligungen zu rechnen.
Das VC-Panel: Das Venture Capital Panel wurde 1999 von der Münchener Beratungsgesellschaft Mackewicz & Partner und den VDI nachrichten initiiert. Derzeit berichten 40 führende deutsche Wagnisfinanzierer vierteljährlich über ihre Aktivitäten in der Frühphasenfinanzierung. Die Panel-Teilnehmer repräsentieren ein Fondsvolumen von mehr als 5 Mrd. Euro. Sie sind derzeit an weit über 800 jungen Technologiefirmen beteiligt. Die nächsten Ergebnisse für das 1. Quartal 2005 werden Anfang April 2005 veröffentlicht.
Mehr dazu unter: http://www.vcpanel.de

Quelle: FINANZ BETRIEB, 28.02.2005

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