Vorschläge zur Krisenbewältigung
Ökonomen drängen Politik zu mehr Koordination

Nur gemeinsames Handeln kann die internationale Krise eindämmen. In diesem Punkt sind sich Ökonomen einig. Wie aber konkrete Schritte aussehen könnten, um die Fnanzmärkten zu beruhigen, ist weiter umstritten.
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FRANKFURT. Renommierte internationale Ökonomen fordern von den Regierungschefs der G20 eine schnelle international koordinierte Wirtschaftspolitik zur Krisenbewältigung und besser abgestimmte Regulierung der Finanzmärkte. „Abgestimmte Interventionen, um finanzpolitische Impulse zu geben, sind jetzt vorrangig“, meint etwa Nobelpreisträger Michael Spence von der Stanford University. Langfristige Überlegungen hinsichtlich einer besseren Regulierung seien zwar wichtig, könnten aber reiflich überlegt werden, sagt der Nobelpreisträger.

Spence ist einer der 19 angesehenen Wirtschaftswissenschaftler, die dem Aufruf des Forschungsnetzwerks VoxEU.org gefolgt waren, Reformvorschläge für die Gruppe der 20 großen Industrie- und Entwicklungsländer zu formulieren. Seit dem gescheiterten Louvre-Accord zur Stabilisierung des Dollar-Kurses vor gut 20 Jahren findet internationale Koordination der Wirtschaftspolitik kaum noch statt. Die Ökonomen halten dies für einen großen Fehler, den die G20 jetzt korrigieren sollte.

Guido Tabellini von der Bocconi-Universität, einer von Europas international angesehensten Forschern, und Alberto Alesina von der Harvard University unterstützen diese Forderung. Was sie dabei jedoch entschieden ablehnen, sind auf einzelne Industriezweige gezielte Subventionsprogramme, wie sie in Deutschland mit Bezug auf die Automobilindustrie diskutiert werden.

Dani Rodrik von der Harvard University sieht vor allem Länder mit großen Leistungsbilanzüberschüssen – darunter China und Deutschland – in der Pflicht, mehr zur Ankurbelung der Nachfrage zu tun.

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