Währungsunion

Explosionsgefahr beim Euro

Auch wenn der Euro gerade tief in der Krise steckt, ist er doch eigentlich als Projekt für die Ewigkeit angelegt. Doch was würde passieren, wenn die Währungsunion ein jähes Ende nähme? Studien legen nahe: wenn die Einheitswährung scheitert, dann wegen politischer Differenzen - nicht wegen wirtschaftlicher.
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Riesige Euro-Münze in Frankfurt: Wenn die Einheitswährung scheitert, dann eher aus politischen, als aus ökonomischen Gründen, legen Studien nahe. Quelle: dpa

Riesige Euro-Münze in Frankfurt: Wenn die Einheitswährung scheitert, dann eher aus politischen, als aus ökonomischen Gründen, legen Studien nahe.

(Foto: dpa)

LONDON. Es handelt sich um ein Projekt für die Ewigkeit - zumindest auf dem Papier. Der Euro, so postuliert der Vertrag von Lissabon gleich an mehreren Stellen, ist "unwiderruflich". Es gibt keine Austrittsklausel bei der Europäischen Währungsunion, keine Möglichkeit des Ausschlusses einzelner Länder und keine Planungen für die Zeit danach.

So weit die Theorie. In der Praxis fragen sich vor allem in Großbritannien und den Vereinigten Staaten immer mehr Finanzexperten, wie lange die Europäische Währungsunion noch hält. Selbst EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy schließt einen Zusammenbruch des Währungsraums nicht mehr aus. "Wir müssen alle zusammenarbeiten, um das Überleben der Euro-Zone zu sichern", sagte er jüngst.

Und schon im Mai soll Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy mit einem Ausstieg aus der Euro-Zone gedroht haben, falls Deutschland sich der Griechenland-Rettung verweigert. Für Ökonomen ist das Ende von Währungsunionen noch ein kaum erforschtes Gebiet. Die wenigen Studien, die dazu vorliegen, legen vor allem einen Schluss nahe: Falls die Euro-Zone auseinanderbrechen sollte, dann wahrscheinlich eher, weil es am politischen Willen fehlt, und nicht, weil es unüberbrückbare wirtschaftliche Unterschiede gibt.

Seit dem 2. Weltkrieg haben fast 70 Länder Währungsunionen verlassen

"Makroökonomische Faktoren haben historisch bei der Auflösung von Währungsunionen eher eine untergeordnete Rolle gespielt", lautet das Fazit einer Studie des Darmstädter Ökonomie-Professors Volker Nitsch, der den Zusammenbruch von Währungsunionen zwischen 1948 und 2007 systematisch untersucht hat.

In seiner Arbeit mit dem Titel "Have a break, have a national currency: When do monetary unions fall apart?" stellte er fest: Eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Länder eine gemeinsame Währung aufgegeben haben, ist das Ende einer politischen Union. Rein ökonomische Faktoren wie Unterschiede beim Wirtschaftswachstum oder der Staatsverschuldung sind dabei nicht entscheidend. Die einzige Ausnahme stellt Nitsch bei der Inflationsentwicklung fest: Wenn sich die Teuerungsraten in zwei Ländern dauerhaft stark voneinander unterscheiden, steige die Wahrscheinlichkeit, dass diese Staaten eine Währungsunion auflösen.

Dass es für die Stabilität von Währungsunionen vor allem auf den politischen Willen ankommt, bestätigt auch eine Studie von Andrew Rose, Ökonomie-Professor an der Haas School of Business der Berkeley-Universität. Wirtschaftskrisen sind in aller Regel nicht der Grund für das Ende von Gemeinschaftswährungen, so ein Ergebnis seiner Studie mit dem Titel "Checking out: Exits from currency unions". Rose: "Die Auflösung von Währungsunionen geht in aller Regel mit bemerkenswert wenig makroökonomischen Turbulenzen einher."

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17 Kommentare zu "Währungsunion: Explosionsgefahr beim Euro"

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  • @ ARMER iRE beides sollte schon längst passiert sein,keiner hat Lust ausser die unheilige Allianz Politik,Wirtschaft,Finanzindustrie,also die Lobbyisten.Diesen Schrott fortzusetzen mit der Leistung anderer sich einen Wohlstand anzueignen,kommen die Europaweit sehr gut klar,die karre in den Dreck zu reiten auch egal in welchen Land.Di schere klafft nicht zwischen dir und mir ,sondern EU-weit zwischen der Lüge die Völker nur benutzt zu haben für einen beschissenen vortril auf den Konto Von Parteien aller CDU/FDP/SPD,sieh dir nur den Seinbrück an und sag mir wo seine Leistung zu suchen ist ausser das er das Deutsche Volk mit ausgesaugt hat und so was schreibt bücher.zum Kotzen.


  • NEiN! iMPLOSiONSGEFAHR bEiM EURO !
    GLObAL THiNKiNG !
    [15] Kopiere ihren Link der Uni Pittsbourgh, damit er hier erhalten bleibt:
    “Monetary Union without Fiscal Union: A Politically Sustainable Asymmetry?”
    [5] Das Handelsblatt könnte ihren Kommentar meiner Meinung nach getrost aufs Titelblatt dieser Wirtschaftszeitung setzen. So wahr ist er.
    Manches ist dieser Tage im Umlauf, was blanker Unsinn wäre, es zu tun. Zum beispiel, die von Henkel veröffentlichte idee zweier subversiver Währungen in einem Staatenbund.
    Wenn Staatsschwäche zu Staatsschwäche gehörte, so wäre der Logik folgend demjenigen Land, was aus der Euro-Währung austritt, die Einführung des US-$ zu empfehlen. Auch ideen einer Nord-Süd-Währung ordne ich demzufolge so ein!
    Hier träumen Menschen von einer weltumspannenden Eins-Währung aus dem Eine-Welt-Shop. Aber dies ist nicht die Welt in der wir leben.
    Die Aufsicht der Nationalwährung muß bei den gewählten Regierungen verbleiben. Die Übergabe von befugnis der bundesbank auf die EZb z.b. entspricht ebenso einer Unterordnung, die keinen bestand haben wird.
    Zu dem Gefasel der Klimakatastrophe bin ich der Meinung, daß sie jeglicher Grundlage entbehrt.
    Die Grundlage unseres Lebens auf dieser Erde ist die Sonne! Punkt
    Kohlendioxid zu vergraben ist eine moderne Form abergläubischen Ritualisierens. Dieser Gott heißt: Mammon einer Miniclique. Wieder Punkt

  • “Monetary Union without Fiscal Union: A Politically Sustainable Asymmetry?”
    Gustavsson, Sverker. (1999) “Monetary Union without Fiscal Union: A Politically Sustainable Asymmetry?” . in European Union Studies Association (EUSA) > biennial Conference > 1999 (6th), June 2-5, 1999, pages 33, Pittsburgh, PA.

  • @[12],
    dass "ein Land selbst aus der EU und dem Euro aussteigen darf" ist richtig, aber nur aus beiden, man kann nicht aus dem Euro und nicht aus der EU aussteigen. Dann "Tschüss Deutschland" wir kommen ohne Deutschland besser zurecht

  • @[12]
    Enttäuschung wäre das richtige Wort, Deutschland scheint noch unreif zu sein. Der deutsche National-Egoismus ist noch zu stark. Dabei hat gerade Deutschland durch den chronischen Exportüberschuss am meisten wirtschaftlich vom der EU profitiert.

  • Den Euro hat man uns aufgezwängt, gefrgt wurden wir nicht. Nun sollen wir für die Fehler der banken und Politiker bis in alle Ewigkeiten haften. Nein Danke!!! Der Euro ist der größte Feind Europas!!!! Er verarmt ganze bevölkerungsschichten - in den Nehmer- und in den Geberländern!
    Man kann kein Land aus der EU werfen, aber soweit mir bekannt, kann ein Land selbst aus der EU und dem Euro aussteigen. Das sollten wir tun!! Natürlich wird man hinterher wieder auf Deutschland die Nazi-Keule werfen, da mit einem Austritt Deutschlands der Euro massivst abwerten wird. Aber wie lange sollen wir noch für wieviel absurd hohe Kredite garantieren???? Wenn der Kredit gezogen wird, dann ist es spätestens vorbei. Unsere deutschen Politiker arbeiten doch nicht zum Wohl des eigenen Volkes! Wir haben die Nase voll davon, ständig für andere den Zahlemann zu spielen.
    Lieber ein Ende mit Schrecken, als einen Schrecken ohne Ende.
    Offensichtlich haben unsere sogenannten Eliten von Wirtschaft wirklich keine Ahnung! Oder man müsste diesen Leuten tatsächlich unterstellen, dass es bewusst geschieht. Das wäre natürlich noch schlimmer!
    Quo vadis, Deutschland!

  • Wenn ein Gebilde aufgelöst wird, gibt es niemanden mehr, der es vertritt und haftet. So wird es am 5. Dezember 2010 für belgien diskutiert und so habe ich es am 19. Februar 2010 für die bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH vorgeschlagen.

    So etwas zu lesen, macht mich einerseits sprachlos, andererseits bestätigt solch ein beispiel meine Überlegungen. immerhin titelte WELT-ONLiNE am 10. Juni 2010: Anzahl der bundesländer soll auf acht sinken. Der Artikel stammt nicht von mir.

    Die Macht von Gedanken aller Menschen auf diesem Planeten wird oft unterschätzt. Gedanken haben eine andere Qualität als Zwänge durch befehle, Knüppel und Schußwaffen.

    Schaumerma. Die bondaffen wachen langsam auf. Die Kurse von Gold und Silber lassen sich nicht mehr drücken. Sie steigen und steigen und steigen ...

  • wichtig sein! Es wird der tga früher kommen als wir alle denken, da werden diese Worte 1:1 zählen.

    „Erst wenn der letzte baum gerodet,
    der letzte Fluß vergiftet,
    der letzte Fisch gefangen ist,
    werdet ihr feststellen,
    daß man Geld nicht essen kann.‘‘

  • Es wäre unter Umständen im interesse Deutschland, die schwächeren Staaten aus der Währungsunion zu drängen um eine Art von Kern-Währungsunion zu gründen.
    Und wo lege da der Vorteil für Deutschland?
    Trotzdem denke ich das ist genau was das neue Deutschland zur Zeit versucht. Weitsichtig sind die Deutsche nie gewesen. Und dann wird es heißen: ich bin es nicht gewesen, H........

  • ich finde diese Artikel über den Euro und seine Zukunft "so richtig toll". Da wird geschwafelt und geschwurbelt, was das Zeug hält. Das Ganze aber zu einem Zeitpunkt, wo das Kind (Euro) definitiv in den brunnen gefallen ist. "Das Auto hat die Kurve verlassen und befindet sich im Flug, der so langsam in den freien Fall übergeht". Es handelt sich hier um eine Wirtschaftszeitung, demnach wären diese Art Artikel vor 10 Jahren auf der Höhe der Zeit gewesen, aber nicht jetzt.
    Mal drüber nachdenken!

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