Was Notenbanken und Regierungen noch tun können
Bankenkrise: Apocalypse Now

Bankenkrisen sind für Industriestaaten ökonomisch der größte anzunehmende Unfall. Was können Notenbanken und Regierungen noch tun, um die Kernschmelze im Finanzsystem doch noch zu verhindern? Und was ging bei früheren Rettungsaktionen schief? Ein Blick in die wirtschaftswissenschaftliche Forschung.

Der Text für den Tag X war sorgfältig vorbereitet - von der britischen Regierung und der Rundfunkanstalt BBC. "Die Verluste und das Ausmaß des Schadens sind noch nicht bekannt", hätte der Radiosprecher verkündet. "Bleiben Sie ruhig und verlassen Sie nicht ihre Wohnungen."

Vor wenigen Tagen hat das britische Nationalarchiv das geheime Dokument veröffentlicht. Es wäre nach einem Atomschlag gegen das Vereinigte Königreich verlesen worden.

Zufall oder nicht: Die Botschaften, mit denen sich Politiker und Notenbanker derzeit an die Bevölkerung wenden, klingen ähnlich. Nur, dass es nicht um die atomare, sondern die wirtschaftliche Apokalypse geht.

Mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers Mitte September hat die Finanzkrise eine Eskalationsstufe erreicht, in der das Bankensystem in den USA und Europa ohne massive staatliche Hilfe zusammengebrochen wäre. Ob und um welchem Preis es gelingt, die Kernschmelze abzuwenden, ist offen.

Sicher ist eins: Überträgt man die Erfahrungen der Vergangenheit auf die heutige Situation, wird die Realwirtschaft massiven Schaden nehmen. Eine Reihe von Studien kommt zu dem Schluss: Systemische Bankenkrisen gehören zu dem Schlimmsten, was Industriestaaten wirtschaftlich passieren kann.

Die Politik kann den Schaden zwar minimieren. Die Möglichkeiten sind aber begrenzt - und derzeit gibt es kaum weitere Instrumente, die Notenbanken und Regierungen noch ausprobieren könnten, um die Krise einzudämmen.

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