Wie die Forscher auf den Prüfstand kamen
Die Methodik der Studie im Überblick

Für die Studie „Publish or Perish? – Die Publikationsaktivität deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute: 1997 bis 2005“ haben die Münchener Ökonomen Martin Steininger und Bernd Süßmuth ausgewertet, wie viele Artikel Mitarbeiter der Institute in 42 ökonomischen Fachzeitschriften veröffentlichten.

ost/doh DÜSSELDORF. Zur fairen Bewertung der Arbeit wurden mehrere Faktoren berücksichtigt: die wissenschaftliche Qualität der einzelnen Fachzeitschrift, die Länge des Aufsatzes und die Zahl der Co-Autoren.

Die Auswahl und die Bewertung der Zeitschriften gehen auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2001 zurück, bei der mehr als 2200 Mitglieder des Vereins für Socialpolitik eine Reihe volkswirtschaftlicher Fachzeitschriften bewerteten. Gefragt wurde nach der Relevanz der jeweiligen Zeitschrift für die eigene Arbeit sowie nach der allgemeinen Reputation des Journals. Steininger und Süßmuth haben für ihre Untersuchung zu den Instituten all die Zeitschriften berücksichtigt, die in einer der beiden Kategorien zu den Top 30 gehörten.

Den Gewichtungsfaktor für die Qualität einer Zeitschrift ermittelten sie aus dem arithmetischen Mittel der Ränge der Zeitschriften in den beiden Kategorien „Bedeutung für die eigene Arbeit“ und „Reputation“. Am stärksten wiegt eine Veröffentlichung im „American Economic Review“ (AER). Jede dort veröffentlichte Seite bewerten Steininger und Süßmuth mit dem Faktor 0,775. Dagegen wird eine Seite, die im „Wirtschaftsdienst“ veröffentlicht wurde, nur mit dem Faktor 0,085 bewertet. Ein Rechenbeispiel: Ein 15-Seiten-Aufsatz im AER erhält die „qualitätsgewichtete Seitenzahl“ von 11,625 (15 x 0,775). 15 Seiten im „Wirtschaftsdienst“ bekommen die „qualitätsgewichtete Seitenzahl“ von 1,275 (15 x 0,085). Bei mehreren Autoren wird die Punktzahl unter ihnen aufgeteilt.

Für die Erhebung der Daten über die publizierten Artikel haben Steininger und Süßmuth aus methodischen Gründen keine elektronische Datenbank zur Hilfe genommen, sondern für sämtliche 42 Zeitschriften jeden Jahrgang per Hand ausgewertet. Die Ergebnisse wurden zur Kontrolle mit den eigenen Angaben der Institute verglichen.

Bei der Auswertung haben sie zwischen Institutsmitarbeitern und Fellows unterschieden. Publikationen von Fellows wurden nicht den Instituten zugerechnet. Ob ein Autor als Mitarbeiter gezählt wurde, richtete sich nach seinen Angaben in der Publikation. Für die Errechnung des Pro-Kopf-Outputs wurde die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten verwendet.

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