Wie Glück und Pech Märkte verzerren
Das Gesetz des Zufalls

Egal, ob Studienabbrecher oder Top-Manager - die berufliche Karriere hängt längst nicht nur von den eigenen Fähigkeiten ab. Ökonomische Studien zeigen: Auch der Zufall spielt eine erhebliche Rolle. Und Glück und Pech sorgen für erhebliche Verzerrungen auf den Arbeitsmärkten.
  • 0

„Gott würfelt nicht“, lautete das Credo des Physikers Albert Einsteigen. „Der Markt auch nicht“, würden wohl die meisten neoklassisch geprägten Ökonom ergänzen.

Zufall? Dafür ist in den traditionellen Modellen der Wirtschaftswissenschaftler kein Platz. Güter- und Arbeitsmärkte, so der lange Zeit gültige Konsens in der Profession, funktionieren effizient – Preise und Löhne ergeben sich im Spiel von Angebot und Nachfrage, sie spiegeln die relativen Knappheitsverhältnisse auf dem Markt wider und führen zu einer optimalen Allokation der Produktionsfaktoren.

Langsam, aber sicher gerät dieses Credo ins Wanken. In den vergangenen Jahren sind etliche Studien erschienen, die zu dem Ergebnis kommen: Marktergebnisse hängen in vielen Fällen längst nicht nur von Angebot und Nachfrage ab. Hinzu kommt häufig eine dritte Kraft – der Zufall. Glück und Pech, stellen Forscher fest, sind ökonomisch bedeutsame Größen – und sorgen immer wieder für Verzerrungen und Ineffizienzen auf Märkten.

So hängt die wissenschaftliche Karriere eines Volkswirten zum Beispiel nicht nur von seiner Forschungsleistung ab – nicht ganz unwichtig ist auch der auf den ersten Blick banale Faktor, mit welchem Buchstaben sein Nachname beginnt. Wer im Alphabet vorne steht, bekommt mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit einen Job an einer amerikanischen Top-Fakultät, zeigen die Wissenschaftler Liran Einav und Leeat Yariv im „Journal of Economic Perspectives“.

Grund dafür ist vermutlich der Umstand, dass bei mehreren Autoren in der Ökonomie die Namen in alphabetischer Reihenfolge angegeben werden.

Weil bei Zitaten oft nur der Name des ersten Autoren genannt wird, sind Autoren, deren Name mit einem im Alphabet vorne stehenden Buchstaben beginnt, wissenschaftlich präsenter. Dies wiederum beflügelt ihre Forschungsleistung, zeigen die Forscher Mirjam van Praag und Bernard M.S. van Praag in einem Arbeitspapier.

Seite 1:

Das Gesetz des Zufalls

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Wie Glück und Pech Märkte verzerren: Das Gesetz des Zufalls"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%