Wirtschaftsweise Claudia Buch
„Die Bedingungen für Griechenland liegen auf dem Tisch“

Ein Austritt aus der Euro-Zone könnte Griechenland den staatlichen Kollaps bringen. Die Wirtschaftsweise Claudia Buch über die Finanzkrise, die Problematik von Euro-Bonds, und die schwierige Lage der EZB.
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EssenDer Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist inzwischen eine ernsthafte Politik-Option. Könnte der Rest der Euro-Zone das wirtschaftlich verkraften?

Die Geschäftsbanken dürften einen Teil der direkten Lasten, die mit Griechenland verbunden waren, verarbeitet haben. Natürlich gibt es auch weitere Risiken, die schwer zu beziffern sind. Aber das kann im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass wir jedem Land immer und um jeden Preis helfen müssen. Die Bedingungen, zu denen Europa Griechenland beisteht, liegen seit Monaten klar auf dem Tisch. Jetzt ist es Sache der Griechen, sich darauf einzulassen.

Würde an den Finanzmärkten nicht sofort Panik ausbrechen?

Überlegungen zu den genauen Folgen eines Euro-Austritts halte ich für spekulativ. Es gibt die staatlichen Rettungsschirme, die aber überfordert sein können, wenn nicht die nötigen strukturellen Reformen glaubwürdig in Angriff genommen werden. Gleichzeitig wird die Lage in den einzelnen europäischen Ländern aber inzwischen von den Märkten durchaus differenziert wahrgenommen.

Woher nehmen Sie diese Zuversicht?

Aus der Tatsache, dass die Euro-Zone derzeit dabei ist, ihre realwirtschaftlichen Probleme zu lösen. Länder wie Irland, Spanien, Portugal und Italien kommen bei der Umsetzung wichtiger Strukturreformen gut voran. Der jetzt eingeschlagene Kurs wird die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in diesen Ländern erhöhen. Insgesamt halte ich die realwirtschaftlichen Unterschiede in der Euro-Zone nicht für zu groß, aber es darf auch keine Anreize zu übermäßiger Verschuldung geben.

Würde eine eigene Währung Griechenland die Anpassung erleichtern?

Eine eigene Währung würde helfen, den nötigen Rückgang der Realeinkommen ohne eine direkte Kürzung der Löhne im Inland zu erreichen. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite ist, dass dem Land ein Zusammenbruch des Bankensystems, hohe Inflationsraten und ein Staatsbankrott drohen würden. Und wenn Griechenland den Euro verließe, wäre der Zugang zu Finanzhilfen viel schwerer.

Kann Griechenland die an die Hilfen geknüpften Auflagen überhaupt erfüllen?

Die erforderlichen Strukturreformen führen in einigen Teilen der Wirtschaft zu harten Anpassungen. Sie nehmen auch Privilegien. Aber wenn man die Reformen konsequent umsetzt, werden sie positive Wachstumsimpulse bringen. Reformen der sozialen Sicherungssysteme können zudem helfen, notwendige Anpassungen abzufedern.

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„Euro-Bonds verschärfen die Probleme“

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„Die EZB ist in einer schwierigen Lage“

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  • Claudia Buch negiert oder läßt unerwähnt:

    Gesellschaften sind nur verschuldet, weil es Parlamentariern leichter fällt, Kreditaufnahmen zu bewilligen als Steuern festzusetzen.

    Bei wem sind Gesellschaften hauptsächlich verschuldet?

    Ist der Grieche oder der Deutsche mit höheren gesellschaftlichen Schulden in €/Bürger belastet?

    Keine Währung wird durch Auseinandersetzungen zwischen Gläubigern und Schuldnern beschädigt. Das Geld ist nicht weg, es hat nur wer anderes.

    Übrigens:
    Wer anvertrautes Geld verspekuliert oder sich für eine Spekulation verbürgt, sollte dafür haften müssen, egal, ob Einzelner, Gruppe oder Parlamentarier.

  • Claudia Buch negiert oder läßt unerwähnt:

    Gesellschaften sind nur verschuldet, weil es Parlamentariern leichter fällt, Kreditaufnahmen zu bewilligen als Steuern festzusetzen.

    Bei wem sind Gesellschaften hauptsächlich verschuldet?

    Ist der Grieche oder der Deutsche mit höheren gesellschaftlichen Schulden in €/Bürger belastet?

    Keine Währung wird durch Auseinandersetzungen zwischen Gläubigern und Schuldnern beschädigt. Das Geld ist nicht weg, es hat nur wer anderes.

    Übrigens:
    Wer anvertrautes Geld verspekuliert oder sich für eine Spekulation verbürgt, sollte dafür haften müssen, egal, ob Einzelner, Gruppe oder Parlamentarier.

  • Alle schön und gut, wenn die Bedingungen, zu denen Europa Griechenland beisteht, liegen seit Monaten klar auf dem Tisch. Jetzt ist es Sache der Griechen, sich darauf einzulassen und weiter zocken. Inwischen glaubt kein Mensch mehr, dass man einem Griechen das Arbeiten beibringt. Ich war selbst über zwei Jahre in Griechenland als Berater tätig. Die Drecksarbeiten haben die Afrikaner verrichtet. Die Griechen, wenn es sein musste, haben dann die Arbeit auf 6 Personen verteilt. Das Ergebnis war und ist, dass nach 5 Jahren die Arbeit immer noch nicht erledigt ist. Strukturreformen? Korruption? Kasteramt? Klärwerke? Alles Fremdwärter für die Griechen.
    Die EZB hat jetzt schon durch den Ankauf von Staatsanleihen Umverteilungsfunktion übernommen. Das kommt bestimmten Teilen des Währungsraums zugute, anderen weniger, wie Deutschland. Dazu fehlt der EZB das Mandat und die demokratische Legitimation. Was ist die EZB jetzt?
    Wer kommt jetzt für die Verluste der EZB auf?
    Das Mandat der EZB ist eindeutig definiert. Sie hat die Instrumente, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Sonst garnichts. Kann dann ein Staat gegen die EZB rechtlich, wegen vertragsbruch, strafrechtlich vorgehen.

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