Wirtschaftswissenschaften
Angst essen Anlage auf

Wenn sich Investoren von den Wirren der Finanzwelt verängstigen lassen, setzt oft ihr ökonomischer Verstand aus. Mit falschen Entscheidungen können sie dann Krisen verschärfen. Das belegen Studien mit Horrorfilmen.
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KölnAktienmärkte und Horrorfilme haben gewisse Gemeinsamkeiten: Die weltweite Talfahrt an den Börsen ist seit Monaten eine ziemlich gruselige Angelegenheit für Anleger und Firmen und versetzt sie in Angst und Schrecken. Es verwundert daher kaum, dass sich Finanzmarktforscher mehr und mehr mit dem Gefühl der Angst beschäftigen – und in ihren Experimenten sogar Horrorfilme zeigen.

So hat ein Forscherteam aus Berkeley nun mit ungewöhnlicher Methode gezeigt, wie Angst die Märkte abstürzen lassen kann.

Dafür luden Chan Jean Lee und Eduardo Andrade mehre Hundert Studenten in ihr Forschungslabor und setzten sie in Videokabinen. Ein Teil der Gruppe bekam Szenen aus Horrorfilmen wie „The Ring“ oder „Der Exorzist“ vorgespielt, während die andere Gruppe harmlose Dokumentationen anschaute. Anschließend mussten die Teilnehmer auf einem simulierten Finanzmarkt handeln. Die Horrorfilmkonsumenten sorgten dort für einen handfesten Crash.

Von den 15 Dollar, die die Probanden für die Teilnahme an dem Experiment erhalten hatten, mussten die Teilnehmer zehn Dollar in eine Art Indexfonds investieren. Der Wert des Fonds richtete sich nach der Entwicklung des Gesamtmarkts. Verkaufte ein Teilnehmer seinen Anteil, fiel der Index und riss den Wert aller anderen Anteile mit nach unten. Hielten hingegen alle Teilnehmer ihre Papiere, stieg deren Wert. Die horrorfilmgeschädigten Teilnehmer sorgten schnell für den ersten Kurssturz. Sie verkauften ihre Anteile deutlich früher als die Kollegen aus der Dokumentarfilmgruppe.

Waren die Horrorfilmzuschauer durch Blutfontänen und rollende Köpfe derart traumatisiert, dass sie die Aufregung an der simulierten Börse nicht lange aushielten? Die Erkenntnisse der Ökonomen sprechen für eine andere Erklärung. Die Forscher können zeigen, dass die durch die Filme verängstigten Anleger durchaus versuchten, die Marktentwicklung rational einzuschätzen. Doch die Bilder aus dem Horrorfilm machten sie misstrauisch.

Kommentare zu " Wirtschaftswissenschaften: Angst essen Anlage auf"

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  • Zuschauer von Horrorfilmen sind nicht alle verblödet. Jedenfalls nicht mehr als die gesamte Masse der Menschen.

    Eine gute Strategie ist es, durch eigenen Verkauf die Kurse stürzen zu lassen, um dann alles billig aufzukaufen - so genießt man den Horror der anderen erst richtig.

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