Wirtschaftswissenschaften
Bei den Ökonomen bleibt kein Stein auf dem anderen

Von den rund 1 100 wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen in Deutschland sind bereits 700 auf Bachelor- und Master-Abschlüsse umgestellt worden. Doch nicht überall bringt der Wechsel die erwünschte Vereinfachung der Struktur mit sich – ganz im Gegenteil.

KÖLN. Unpünktliche Studenten haben an der Universität Lüneburg seit ein paar Monaten keine Ausrede mehr. Denn seit die Hochschule einen neuen Bachelor-Studiengang für Betriebswirtschaftslehre eingeführt hat, steht für die Studierenden auch ein Seminar über Zeitmanagement auf dem Stundenplan. „Schlüsselqualifikationen“ nennt Thomas Wein, Studiengang-Koordinator an der Hochschule, solche Kurse.

Die Niedersachsen setzen um, was Bildungsexperten lange gefordert haben. Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge gelten hier zu Lande als in Teilen veraltet. So genannte „soft skills“ wie Personal- oder Zeitmanagement sind in der Ausbildung angehender Volks- und Betriebswirte bislang unterbelichtet. „Auch die Internationalität kommt zu kurz“, klagt Peter Zervakis von der Hochschulrektorenkonferenz.

Das alles soll sich nun ändern. Bis 2010 müssen die Hochschulen die Diplom- und Magister-Studiengänge durch Bachelor und Master nach angelsächsischem Vorbild ersetzen. Vor sieben Jahren haben die Bildungsminister in der italienischen Universitätsstadt Bologna beschlossen, eine einheitliche europäische Hochschullandschaft zu schaffen. Ziel des „Bologna-Prozesses“ ist es, Abschlüsse international vergleichbarer zu machen und so die Studenten – ganz im Geiste der europäischen Idee – mobiler werden zu lassen.

In den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Republik bleibt dadurch derzeit kaum ein Stein auf dem anderen. „85 Prozent der neuen Studiengänge weisen veränderte Inhalte und Strukturen auf“, berichtet Detlev Kran von der Schweizer Foundation for International Business Administration Accreditation (Fibaa), die im öffentlichen Auftrag die neuen Angebote in Deutschland prüft und akkreditiert.

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