Wissenschaftspreis
Armin Falk als Top-Ökonom ausgezeichnet

Als erster Deutscher erhält der Bonner Volkswirt in diesem Jahr den Yrjö Jahnsson Award. Der Preis gilt als eine der wichtigsten Ökonomie-Auszeichnungen in Europa.
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DüsseldorfGroßer Erfolg für den experimentellen Wirtschaftsforscher Armin Falk: Als erster Deutscher gewinnt der 43-Jährige in diesem Jahr den Yrjö Jahnsson Award, der von der gleichnamigen Stiftung und der European Economic Association (EEA) verliehen wird. Der Preis, der unter Wirtschaftswissenschaftlern als einer der wichtigsten Ökonomie-Awards in Europa gilt, zeichnet im Zweijahresrhythmus Forscher aus, die jünger als 45 Jahre sind und einen „signifikanten Beitrag zur ökonomischen Forschung in Europa“ geleistet haben.

Die Jury begründet ihre Entscheidung für den Bonner Volkswirt damit, dass Falk einen wichtigen Beitrag zur „Analyse von sozialen Präferenzen“ geleistet und eine große Zahl von Studien in den angesehensten internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht habe. Für den bereits mehrfach prämierten Wissenschaftler, dessen Forschung mit einem Millionenbetrag aus der „Europäischen Exzellenzinitiative“ gefördert wird, ist die Auszeichnung ein weiterer Schritt in die erste Reihe der internationalen Top-Ökonomen. Der Preis wird dem Forscher im August in Oslo verliehen.

Falk, einer der forschungsstärksten Ökonomen im deutschsprachigen Raum, war seiner Zeit schon immer ein Stück voraus: Als er Anfang der 90er Jahre seine Diplomarbeit zur Rolle von „Vertrauen“ in der Ökonomie schreiben wollte, fand er an der Kölner Universität keinen Professor, der das „exotische Thema“ betreuen wollte. Heute, zwei Dekaden später, forscht Falk in genau diesem Gebiet und hat die Disziplin gemeinsam mit anderen jungen experimentellen Forschern revolutioniert.

Anders als die klassischen Ökonomen, die vom Modell des Homo Oeconomicus ausgehen, also von einem streng rationalen Wesen, das rücksichtslos seinen Gewinn maximiert, ist Falk überzeugt, dass der Mensch nicht nur egoistisch handelt, sondern auch die Absichten seiner Mitmenschen berücksichtigt. Der Mensch habe „soziale Präferenzen“, schreibt Falk. In Experimenten, in denen der Forscher Menschen mit konkreten Entscheidungssituationen konfrontiert, ist es ihm gelungen zu zeigen, dass Menschen Fairness belohnen. Sie bringen beispielsweise im Job bessere Leistungen, wenn sie vom Chef gut behandelt werden. Mit der Standardtheorie ist ein solches Verhalten nicht zu erklären. Falk ist überzeugt, dass ein solches rücksichtsvolles Verhalten nicht nur moralisch geboten ist, sondern am Ende auch die Effizienz erhöht.

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  • Nicht weit genug geht die Forschung insofern, als rücksichtsvolles Verhalten am Ende dem egoistischen Verhalten dient, weil die Effizienz ja erhöht wurde.

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