Nachrichten
ZKA für Änderungen bei Wertpapier-Richtlinie

Verhaltene Kritik an Vorschlag der EU-Kommission zur Umsetzung der Mifid-Vorgaben Vertreter der ...

Verhaltene Kritik an Vorschlag der EU-Kommission zur Umsetzung der Mifid-Vorgaben Vertreter der deutschen Kreditwirtschaft haben verhaltene Kritik an den Vorschlägen der EU-Kommission zur Umsetzung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Mifid) geäußert. "Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Börsen-Zeitung eine Vertreterin des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) über das in der vergangenen Woche veröffentlichte Konsultationspapier aus Brüssel, so eine Meldung der Börsen-Zeitung vom 28. 5. 2005. Unter anderem sei das Thema Interessenkonflikte zu schwammig formuliert. So stelle die Kommission nicht explizit darauf ab, dass es lediglich um Konflikte im Zusammenhang mit der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gehen dürfe. In der aktuellen Form eröffne der Kommissionsvorschlag Interpretationsspielräume, hieß es beim ZKA. Der Vorschlag der EU-Kommission nennt an entsprechender Stelle (Artikel 20) die Umstände, die zu einem Interessenkonflikt führen könnten, schließt diese Liste aber nicht ab.
Problem telefonische Order
Als problematisch wird außerdem die Absicht der Kommission gewertet, dass alle Investmentfirmen telefonisch erteilte Kundenaufträge mitschneiden und aufbewahren müssen. Dies gehe sogar über den Vorschlag des EU-Ausschusses der Wertpapieraufseher (CESR) hinaus, der Ausnahmemöglichkeiten vorsah. Die Vorschrift treffe zwar nicht alle Bankengruppen gleich stark, werde aber besonders in Organisationen mit großem Filialnetz wie den Sparkassen und Genossenschaftsinstituten zu Mehrkosten führen, hieß es beim ZKA.
Die Kommission hatte argumentiert, die Kosten seien kein Thema. Selbst die preiswertesten auf dem Markt verfügbaren Systeme sollten in Kombination mit anderen Regelungen ausreichen, um den sich aus der Richtlinie ergebenden Anforderungen zu genügen. Nach Informationen aus dem Sparkassenlager muss ein größeres Institut der Organisation, welches schon über eine entsprechende Telefonanlage verfügt, durch die Aufzeichnungspflicht mit Mehrkosten von etwa 500000 Euro pro Jahr rechnen.
Die Kommission hatte vergangene Woche den Entwurf zum Thema "Organisatorische Anforderungen sowie Identifikation, Management und Veröffentlichung von Interessenkonflikten durch Investmentfirmen" vorgelegt. Das Dokument basiert auf den Empfehlungen des EU-Ausschusses der Wertpapieraufseher, die dieser Ende Januar abgegeben hatte.
Das Kommissionspapier deckt vier Richtlinienbereiche ab, für die Durchführungsmaßnahmen ausgearbeitet werden. Im Einzelnen handelt es sich um Organisationsanforderungen an Investmentfirmen inklusive Outsourcing, Anforderungen im Zusammenhang mit Aufbewahrungspflichten, Anforderungen an den Schutz von Kundengeldern und-Wertpapieren sowie Maßnahmen zum Umgang mit Interessenkonflikten. Diese werden in den Artikeln 13 und 18 der Richtlinie behandelt.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 09.06.2005

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%