Wirtschaftsboom
Der Daniel-Düsentrieb-Effekt

Eine neue Studie zeigt: Innovationen beflügeln den Wohlstand. Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg hat alles angefangen und auch heute fördern Erfindungen die Produktivität von Firmen.
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LondonSeine Erfindung hat Johannes Gutenberg gehütet wie einen Schatz: Es war eine ganz spezielle Legierung aus Zinn und Blei, aus der der Mainzer die beweglichen Lettern für seine Druckerpressen goss. Die genaue Zusammensetzung kannten aber nur Gutenbergs Auszubildende und einige wenige Geschäftspartner.

In den ersten Jahrzehnten verbreitete sich die neue Technologie daher eher schleppend. Je näher eine Stadt an Mainz lag, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass dort zwischen 1450 und 1500 eine Druckerei eröffnete.

Für diese Orte war die neue Technologie ein bemerkenswertes Wirtschaftsförderprogramm. Sie erlebten in den folgenden Jahrzehnten einen ökonomischen Höhenflug. Zu diesem Ergebnis kommt der US-Wirtschaftshistoriker Jeremiah Dittmar in einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des „Quarterly Journal of Economics“ erschienen ist.

Darin zeigt der Professor der American University in Washington:  Die Einwohnerzahl von Städten, in denen sich Gutenbergs Erfindung zwischen 1450 und 1500 etablierte, legte in den nächsten 100 Jahren im Schnitt 60 Prozent schneller zu als in vergleichbaren Orten ohne Druckerpresse.

Dittmars Studie schließt eine wichtige Lücke in der Forschung. Lange Zeit bereitete es Wirtschaftshistorikern erhebliche Probleme, den ökonomischen Nutzen von Gutenbergs Erfindung und auch von anderen technologischen Innovationen wie etwa dem Internet mit Daten und Fakten zu belegen. 

Dabei herrscht in der Wachstumstheorie schon lange Konsens, dass technischer Fortschritt eine der zentralen Triebfedern für höheren Wohlstand ist – und Historiker halten den Buchdruck für eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit überhaupt.

Kommentare zu " Wirtschaftsboom: Der Daniel-Düsentrieb-Effekt"

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    @Einanderer
    Merken sie was ?
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    Man könnte auch behaupten,
    das Bücher lesen ist die konsequenz aus der Situation vor der Heizung zu sitzen, und nicht umgekehrt.
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    Die Vorzüge ihrer Kultur liegen nicht an dem Buch,
    daß sie Abedns vor der Heizung lesen, sondern an der Heizung. Das selbe gilt für das Internet.
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