Gute Nachricht in der Krise
Europas Häuser sind solider

Die Finanzkrise, die die gesamte Weltwirtschaft in eine Rezession zu treiben droht, hat ihren Namen von einem Segment des amerikanischen Immobilienmarkts. Dort war auch der Ausgang dieser weltweiten Finanzkrise, im Markt für Immobilienkredite an zweifelhafte Schuldner, dem Subprime-Markt.

Die Probleme begannen Ende 2006. Als die Immobilienpreise in den USA aufhörten, in den Himmel zu steigen, nahm die Zahl der säumigen Schuldner in diesem Segment stark zu, und die verheerende Krise nahm ihren Lauf.

Innerhalb von nur fünf Jahren waren die Immobilienpreise im Landesdurchschnitt um zwei Drittel gestiegen, in heißen Teilmärkten sogar noch viel stärker. Umso schwerer ist nun der Kater. Die Preise fallen mit Jahresraten um 15 Prozent, und die auf Immobilienkredite aufbauenden Finanzprodukte, die die USA in Massen in alle Welt verkauften, sind unverkäuflich geworden.

Besorgniserregend wirkt da, dass die Immobilienpreisblase sich in manchen europäischen Ländern, insbesondere Spanien und Irland, noch stärker aufgeblasen hatte als in den USA. Auch in großen Ländern wie Frankreich und vor allem Großbritannien waren die Preissteigerungen spektakulär. Immer wieder warnen Ökonomen deshalb, dass auch auf Europa noch einiges Ungemach zukommt, wenn die Luft auch aus den hiesigen Immobilienblasen entweicht.

Doch Lucy Ellis, Ökonomin am Zentralbankeninstitut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), gibt zumindest in dieser Hinsicht Entwarnung. Immobilienblase sei nicht gleich Immobilienblase, legt sie in einer jüngst veröffentlichten Studie dar. Es sei kein Zufall, dass die Immobilienkrise in den USA ausgebrochen ist und nicht in einem der anderen Blasen-Länder, lautet ihre These. Vielmehr seien es spezifische amerikanische Eigenheiten des Steuersystems, des rechtlichen Rahmens, des Kreditmarkts und der Bankaufsicht, die die Immobilienblase dort so gefährlich werden ließen.

Für Spanien, Irland und Großbritannien hat sie die gute Botschaft, dass die dortigen Preisexzesse sich weitaus weniger abrupt und mit geringeren Kollateralschäden abbauen dürften als in den USA.

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