IWF-Studie
EZB gefährdet ihre Glaubwürdigkeit

Die bisherige geldpolitische Strategie der EZB bedroht auf Dauer ihre Reputation. Zu diesem brisanten Fazit kommen drei Makro-Ökonomen, die im Auftrag des IWF das EZB-Konzept analysiert haben. Lesen Sie, warum die Forscher der EZB dringend eine Abkehr von der „Zwei-Säulen-Strategie“ empfehlen.

Welchen Regeln und Prinzipien sollte die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gehorchen? Über diese Frage tobt seit Jahren heftiger Streit – zwischen der Notenbank und Hochschul-Professoren, aber auch innerhalb der EZB selbst.

Konkret geht es darum, welche Rolle die Geldmenge für die Zinspolitik spielen sollte. Die EZB misst der Frage, wie viel Geld im Umlauf ist, besondere Beachtung bei – weil sie glaubt, aus der Entwicklung der Geldmenge zusätzliche Informationen über Inflationsgefahren zu gewinnen. Damit folgt sie Bundesbank-Traditionen, ist aber unter Wissenschaftlern und Notenbänkern isoliert.

Kritiker fordern die EZB seit Jahren auf, ihre geldpolitische Strategie zu modernisieren und die Geldmenge über Bord zu werfen. Vor allem EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark und Bundesbank-Chef Axel Weber wehren sich dagegen mit Händen und Füßen.

Allerdings haben sie es immer schwerer, ihre Position glaubwürdig zu verteidigen. Jetzt stellt sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hinter die Modernisierer. Drei Wissenschaftler, die im Auftrag des IWF die EZB-Strategie unter die Lupe genommen haben, empfehlen in einem jetzt vom IWF veröffentlichten Arbeitspapier: Die EZB sollte ihre so genannte Zwei-Säulen-Strategie aufgeben. In der einen Säule analysiert die EZB ökonomische Faktoren zur Konjunktur und Inflation, in der anderen die Entwicklung der Geldmenge.

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