Karriere
Erfolg ist mit den Glücklichen

Über die Karriere entscheiden nicht nur die eigenen Fähigkeiten. Wer nach oben will, benötigt auch Glück - vor allem beim Start ins Berufsleben. Forscher fanden heraus: Wer leichtere Startbedingungen hat, wird mit der Zeit tatsächlich besser.
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KÖLN. Wie konnte der nur in diese Position kommen?" - fragen sich Untergebene häufig. Forscher des Internationalen Währungsfonds (IWF) können nun wissenschaftlich belegen, was viele vermuten: Glück spielt für die Karriere eine entscheidende Rolle.

Shekhar Aiyar und Rodney Ramcharan untersuchten dafür eine ganz besondere Gruppe von Angestellten: Cricket-Nationalspieler. Cricket hat für die Forscher mehrere Vorteile gegenüber dem normalen Arbeitsmarkt. "Man kann hier sehr gut zwischen Leistung und Glück unterscheiden", erklärt Ramcharan. Und: Die Spieler seien sehr spezialisiert, und die individuelle Leistungsstärke sei ausschlaggebend, Taktik und Zusammenspiel sind für den Erfolg weniger bedeutend.

Wo die Spieler debütieren, hängt für die Forscher nicht von deren Leistungen ab, sondern ist reiner Zufall. Und dieser Zufall hat weitreichende Folgen: Spieler, die ihren Einstand im Heimatland geben, schneiden in ihrer weiteren Karriere besser ab. Pechvögel sind dagegen jene, die im Ausland debütieren müssen. Das belegen die Daten internationaler Cricketspieler, die die Forscher über einen Zeitraum von 35 Jahren zusammengetragen haben. Sie stammen von sogenannten Test-Cricket-Begegnungen, die bis zu fünf Tage dauern können.

Das Interessante: Spieler, die in ihrem ersten Test-Cricket-Match gut abschneiden, erzielen auch in ihren weiteren Karrieren deutlich bessere Ergebnisse. Natürlich spielt dabei auch Talent eine Rolle, doch diesen Faktor haben die Forscher mithilfe eines Tricks herausgerechnet: Zunächst errechneten sie den Einfluss des Austragungsorts auf die durchschnittliche Debütleistung der Spieler. Für die Forscher ist das der Einfluss des Glücks. Anschließend untersuchten sie den Zusammenhang zwischen diesem Glückswert und der gesamten Karriereleistung der Spieler - und fanden eine positive Korrelation.

In der wissenschaftlichen Literatur werden meist zwei Gründe genannt, wie der Zufall zu Beginn der Karriere die Laufbahn langfristig beeinflusst. Für beide fanden die IWF-Forscher Hinweise in ihrer Studie. Die erste Erklärung ist die sogenannte Humankapital-These: "Wer zufällig in eine produktive Firma einsteigt, lernt dort mehr. Wer leichtere Startbedingungen hat, wird mit der Zeit tatsächlich besser."

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