Katz-und-Maus-Spiel
Nach der Krise ist vor der Krise

Wird die kommende Nachkrisenzeit geprägt sein von bescheidenen Managern und verantwortungsvolleren Aufsichtsräten? Ein Blick in die Geschichte der Finanzskandale und -Krisen lädt zur Skepsis ein. Es folgt: ein weiteres Kapitel im ewigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Regulierern und denen, die sich Finanzinnovationen ausdenken.
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FRANKFURT. Wenn die Geschichte der Finanz- und Wirtschaftskrise geschrieben wird, die von 2007 bis (hoffentlich) 2009 wütete, dann wird dazu auch gehören, welche neuen Gesetze und Regulierungen erdacht wurden, um eine Wiederkehr der gleichen Krise zu verhindern. So war das bei fast allen der unzähligen Finanzkrisen, die die Welt in den vergangenen zwei Jahrhunderten heimgesucht haben.

Als eine weitere Episode im unaufhörlichen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Regulierern und denen, die sich Finanzinnovationen ausdenken, betrachtet daher der amerikanische Ökonom Eric Hilt das, was wir derzeit beobachten.

Immerhin habe es nur wenige Jahre gedauert, um von den Finanzskandalen um Enron und Worldcom zu einer noch viel verheerenderen Finanzkrise zu kommen, die im Jahr 2007 als Subprime-Krise ihren Ausgang nahm. Nach der Enron-Krise wurde das Sarbanes-Oxley-Gesetz erlassen. Die Berichterstattung von börsennotierten Unternehmen sollte damit verbessert und Bilanztricks vermieden werden. Nachdem es aktuell nun die Finanzindustrie ist, die die Krise hervorgebracht hat, steht diese nun auch im Fokus der Regulierer.

Ratingagenturen sollen einer Aufsicht unterworfen werden, Denen, die verbriefte Forderungen verkaufen, soll auferlegt werden, dass sie einen Teil der neu geschaffenen Wertpapiere selbst behalten, damit ihnen das Risiko dieser Papiere nicht völlig egal ist. Man darf daher prognostizieren, dass die nächste Finanzkrise anders aussehen wird als die letzte.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

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