Niedrige Zinsen

Geldregen für Deutschland - dank Euro-Krise

Die Krise spült Finanzminister Schäuble Geld in die Kasse: Das niedrige Zinsniveau bringt dem deutschen Staat Ersparnisse in Milliardenhöhe, zeigt eine aktuelle Studie. Der Haushalt saniert sich so von selbst.
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Die Krise macht Deutschland Geschenke: Bei den aktuell niedrigen Zinsen kann Deutschland Schulden abbauen. Quelle: dapd

Die Krise macht Deutschland Geschenke: Bei den aktuell niedrigen Zinsen kann Deutschland Schulden abbauen.

(Foto: dapd)

DüsseldorfKein europäischer Finanzminister wird in diesen Tagen von seinen Kollegen so beneidet wie Wolfgang Schäuble. Im Süden Europas müssen die Kassenwarte die Haushalte zusammenstreichen und miterleben, wie die Zinsen für ihre Anleihen trotzdem weiter steigen. Schäuble dagegen kann sich quasi zurücklehnen: Sein Haushalt saniert sich praktisch von selbst. Denn es sprudeln nicht nur die Steuereinnahmen, sondern gleichzeitig sinken die Zinsen, die der deutsche Staat für neue Schulden zahlen muss. Zuletzt gelang es dem Staat gleich mehrfach, Geld zu negativen Zinsen geliehen zu bekommen.

Tatsächlich profitiert der Bundeshaushalt massiv von der Euro- Krise, wie Berechnungen des Kieler Ökonomen Jens Boysen-Hogrefe zeigen: So wird der deutsche Staat für all die Anleihen, die er in den letzten dreieinhalb Jahren ausgegeben hat, nur noch 86 Milliarden Euro Zinskosten zahlen müssen.

Lägen die Zinsen dagegen noch immer auf dem Niveau wie zwischen 1999 und 2008, so wären es satte 154 Milliarden gewesen. Deutschland kann also 68 Milliarden einsparen - allein durch niedrigere Zinsen. „Schäuble fallen gerade reife Früchte in den Schoß", sagt Boysen-Hogrefe.

Die Zinsersparnisse in Milliardenhöhe relativieren auch die bislang ausgezahlten deutschen Hilfen für die Krisenländer deutlich. Ihm Rahmen des ersten Hilfspakets vergab Deutschland an Griechenland Kredite in Höhe von 15,2 Milliarden Euro, der deutsche Anteil an den Hilfen aus dem EU-Haushalt liegt bei 9,8 Milliarden Euro.

Für Deutschland gelten andere Regeln
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11 Kommentare zu "Niedrige Zinsen: Geldregen für Deutschland - dank Euro-Krise"

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  • Wenn die EURO-Rettungsblase platzt und sie wird platzen, werden die jetzigen Zinsvorteile Deutschland kaum retten können. Der Haushalt läßt sich nicht sanieren mit immer weiterer Schuldenmacherei. Regierung und Opposition sind weiter auf dem Weg die Werte, die Deutschland bisher anderen Ländern gegenüber auszeichnete, abzuschaffen - nämlich Stabilität und Sicherheit im Sozial- u. Wirtschaftssystem.

  • Je niedriger die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) und je schwächer das Wirtschaftswachstum, desto niedriger sind auch die Zinsen, die der Staat für neue Schulden zahlen muss. Da beide Werte gerade besonders niedrig sind, profitiert Deutschland von dem intakten Mechanismus.

    In diesem Artikel ist etwas sehr wichtiges vergessen worden.
    Da bei dieser ganzen Hafterei und Bürgerei durch D, werden die Schulden, nicht Defizid, kräftig steigen.
    Und dann können sie mal zusehen wie bereits angekündigt das Rating von D in den Keller geht.

    Schönen Tag noch.

  • "Der Haushalt saniert sich so von selbst." QUATSCH !

    Wenn Sie nur Zinsen zahlen aber nicht anfangen zu TILGEN, dann saniert sich doch nichts !!

    Zinsen zahlt man bis zur Tilgung. ALso bis in alle Ewigkeit.

  • Ja - und?

    Sie sollten vielleicht versuchen sich Ihr Schulgeld zurückgeben zu lassen.

  • Es ist ein Schuldgeldsystem.

  • 'norbert' sagt
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    Wo wird da bitteschön ein Haushalt saniert ???
    Unsere Verbindlichkeiten werden jedes Jahr aktiv erhöht von Herrn Schäuble et. al.
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    Wie man's nimmt.

    Inklusive Nachtragshaushalt ESM beträgt die Neuverschuldung 2012 34,8 Mrd Euro.

    Das sind 1,56% der Verschuldung Ende 2011 von 2237,739 Mrd Euro.

    Real sinkt die Verschuldung also.

    +++++++++++++++++++++

    Sollten allerdings in diesem jahr die Kisten der Griechenlandpleite mit 90 Milliarden zu Buche schlagen, dann würde die Verschuldung um 5,58% steigen.

    Aufgrund der Schuldenbremse müßte man also eine Sondersteuer "FetaSoli" von einmalig 2.368 Euro pro Steuerzahler erheben.

    Jeder Monat griechischer Konkursverzögerung kostet den Steuerzahler übrigens 12 Euro. Das entspricht Zinskosten der griechischen Konkursverzögerung von 6,1% p.a.

    Zu teuer - Griechenpleite umso schneller desto besser.

  • O-Ton Handelsblatt
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    Lägen die Zinsen dagegen noch immer auf dem Niveau wie zwischen 1999 und 2008, so wären es satte 154 Milliarden gewesen. Deutschland kann
    also 68 Milliarden einsparen - allein durch niedrigere Zinsen.
    ...
    Die Zinsersparnisse in Milliardenhöhe relativieren auch die bislang ausgezahlten deutschen Hilfen für die Krisenländer deutlich.
    ----------------------

    Bei dieser Relativierung der "ausgezahlten deutschen Hilfen für die Krisenländer" unterschlägt der Redakteur allerdings, daß Deutschland erhebliche Haftungsrisiken eingegangen ist.

    Alleine die Pleite Griechenlands wird uns zwischen 80 und 100 Milliarden kosten.

    Auch aus den Hilfen für Portugal, Irland, Zypern und Spanien ergeben sich Risiken, auch wenn diese sich wahrscheinlich nicht in Verbindlichkeiten materialisieren werden.

    "Wahrscheinlich" ist aber leider nicht sicher.

    Schließlich hat die EZB mit Anleihekäufen und Aufweichung ihrer Beleihungsmaßstäbe erhöhte Risiken in die Bücher genommen. Auch für diese Risiken trägt Deutschland über die Bundesbank ein Haftungsrisiko.

    Würde man all diese Risiken marktüblich bewerten (CDS Kosten), käme sicher ein vielfaches der Zinsersparnis vom 68 Milliarden heraus.

    ...

    Schön zu erzählen ist es trotzdem, das Gutmärchen von Deutschland als Krisenprofiteur.

    Glücklicherweise ist die "Leugnung" dieses Märchens aber noch nicht unter Strafe gestellt worden.

  • O-Ton 'DagmarK'
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    Und trotzdem schafft der Rolli es nicht die Neuverschuldung auf Null zu drücken oder gar mal 5 Euro Schulden abzuzahlen. Erbärmlich!
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    Erbärmlich ist hier vor allem Ihre schäbige Verächtlichmachung eines Menschen aufgrund seiner Behinderung.

    Falls Sie einen Rest von Schamgefühl haben, sollten Sie es jetzt auspacken.

    Ansonsten: Besser die Fresse halten!

  • Wo wird da bitteschön ein Haushalt saniert ???
    Unsere Verbindlichkeiten werden jedes Jahr aktiv erhöht von Herrn Schäuble et. al.

  • Na, dann ist ja alles Bestens. Versuchen wir die Krise solange auf dem Level zu halten, wie sie gerade ist. Dann können wir am Übel des anderen Europa verdienen.
    Es geht doch letztendlich immer um den Profit.
    Was mit Europa wird.....wer weiß es.....was die Zukunft bringt....wer weiß es.
    Aber im Moment können wir im Schlaf Geld machen. Klasse.
    Und wir müssen gar nichts tun, sondern nur abwarten.
    Das ist ja gerade die Qualität unserer Führung.
    Im Moment ist gerade alles alternativlos, und klasse für uns.

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