Prägung
Die Finanzkrise kommt im Kinderzimmer an

Die tiefste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, sie kommt auch in den deutschen Kinderzimmern an - und dürfte unseren Nachwuchs nachhaltiger prägen, als es die meisten Menschen derzeit erwarten. Frühe wirtschaftliche Erfahrungen brennen sich in unser Bewusstsein ein.
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DÜSSELDORF. An der Kasse des Spielzeuggeschäfts ist die Welt rosa-rot - dank Prinzessin Lillifee. Überall Puppen, Bücher und Stifte zu der perfekt vermarkteten Kinderbuchfigur. Nur ein Stapel mit kleinen, blauen Taschenbüchern sticht heraus. Auf dem Umschlag zeigt ein Kurschart deutlich nach unten, darauf fährt ein aus Geld gefaltetes Papierschiffchen. "Die Finanzkrise" heißt das Buch, und es richtet sich an Kinder. "Das verkauft sich gut", sagt die Verkäuferin zufrieden.

Die tiefste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, sie kommt auch in den deutschen Kinderzimmern an - und dürfte unseren Nachwuchs nachhaltiger prägen, als es die meisten Menschen derzeit erwarten. Das legt eine Studie der Wirtschaftswissenschaftler Ulrike Malmendier von der University of California, Berkeley, und Stefan Nagel von der Universität Stanford nahe. In ihrer Arbeit mit dem Titel "Depression Babies" haben die beiden in den Vereinigten Staaten forschenden deutschen Ökonomen anhand umfangreicher historischer Daten untersucht, wie und wie lange bestimmte Erfahrungen eines Menschen seine ökonomischen Entscheidungen beeinflussen.

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