Private Geldanlage
Falsche Bankberatung: Anleger sind leichte Beute

Die meisten Leute sind beim Thema Geldanlage schlichtweg überfordert, zeigt eine Studie der US-Unis Yale und Harvard. Selbst MBA-Studenten treffen systematisch falsche Investmententscheidungen - selbst dann, wenn sie Zugang zu leicht verdaulichen und objektiven Informationen haben. Was fast alle falsch machen.

Die Lehman-Pleite hat es schonungslos ans Licht gebracht: Viele Menschen verlassen sich blind auf die Anlage-Empfehlungen ihrer Bank - Zehntausende Deutsche ließen sich Lehman-Zertifikate andrehen, ohne ansatzweise zu wissen, was sie kauften und welche Risiken sie eingingen.

Mehr Transparenz gilt bei Verbraucherschützern als Königsweg aus der Misere. Wenn die Menschen besser informiert sind über Kosten, Provisionen und Risiken von Finanzprodukten, so das Kalkül, dann treffen sie auch Entscheidungen, die sie später nicht bereuen müssen.

Eine Studie eines amerikanischen Forscherteams zieht dies jedoch massiv in Zweifel. Die Ökonomen James Choi (Yale), David Laibson und Brigitte Madrian (beide: Harvard) zeigen in einer Serie von Experimenten: Mehr und detailliertere Informationen über Finanzprodukte führen keineswegs automatisch dazu, dass Menschen richtige Anlageentscheidungen treffen.

Selbst Akademiker, die überdurchschnittlich intelligent sind, viel über Finanzmärkte wissen und etliche Jahre Erfahrung an den Börsen gesammelt haben, treffen häufig systematisch falsche Investmententscheidungen - selbst dann, wenn sie leicht zugängliche und sehr verständlich aufbereitete Informationen über die Finanzprodukte haben.

Hunderte Versuchspersonen bekamen von den Wissenschaftlern die stets gleiche Aufgabe: Die Probanden sollten entscheiden, wie sie 10000 US-Dollar an der Börse investieren. Innerhalb einer gewissen Frist anfallende Erträge durften die Teilnehmer behalten. Für mögliche Kursverluste dagegen mussten sie nicht geradestehen.

Zur Auswahl standen vier reale Index-Fonds, die allesamt den US-Aktienindex Standard & Poor's 500 (S&P 500) nachbilden - in Deutschland sind solche passiv gemanagten Aktienfonds unter dem Begriff "Exchange Traded Funds" bekannt.

An den Experimenten nahmen 250 MBA-Studenten der Elite-Hochschule Wharton und 385 Verwaltungsangestellte der Harvard-Universität teil. Jeder konnte seine 10000 Dollar beliebig auf die vier Index-Fonds aufteilen.

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