Royal Wedding
Weniger Depressionen, längeres Leben - wie uns die Ehe gut tut

Morgen steigt in London die Hochzeit des Jahrzehnts. Prinz William und Kate Middleton geben sich das Ja-Wort - aus rein wissenschaftlicher Sicht eine kluge Entscheidung.

Die beiden haben sich viel Zeit gelassen: Seit mehr als sieben Jahren sind Prinz William und Kate Middleton ein Paar. Morgen geben sie sich in der Londoner Westminster Abbey das Ja-Wort.

Ehen im britischen Königshaus stehen schon lange unter keinem guten Stern. Aber wir können William und Kate durchaus beruhigen: Vieles spricht dafür, dass ihre Entscheidung dennoch eine gute war. Denn Ökonomen und Psychologen wissen seit langem: Die Ehe macht gesünder, glücklicher und verlängert das Leben der Partner.

So wird Kate dank ihres Ja-Wortes mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit an Depressionen erkranken; und William geht ein weit geringeres Risiko ein, Alkoholiker zu werden oder frühzeitig an einem Herzinfarkt zu sterben.
Die Ökonomen Chris Wilson und Andrew Oswald haben den gesamten Forschungsstand zum Thema Ehe gesichtet. In ihrer Arbeit mit dem Titel "How Does Marriage Affect Physical and Psychological Health?" kommen sie zu dem Schluss: "Die Ehe hat einen eindeutig positiven Effekt für die geistige und körperliche Gesundheit."

Schon aus rein ökonomischen Gründen macht eine Ehe meistens Sinn - ein gemeinsamer Haushalt bringt für die Beteiligten erhebliche Vorteile. "Zwei Personen können fast genauso günstig leben wie eine allein", schreiben Wilson und Oswald. Daher steige durch eine Heirat das reale Pro-Kopf-Einkommen der Partner. Und Psychologen betonen: Höherer Lebensstandard geht mit besserer Gesundheit einher.

Nun kann man mit Sicherheit darüber diskutieren, wie wichtig solche finanziellen Argumente für Mitglieder der britischen Königsfamilie sind. Doch die Vorteile der Ehe gehen weit über den schnöden Mammon hinaus, zeigt eine Reihe von Studien.
So erweist sich der Familienstand neben Einkommen und Gesundheit als der wichtigste Einflussfaktor für die Lebenszufriedenheit: Verheiratete Menschen sind glücklicher und leiden deutlich seltener an Depressionen.

Dieser Effekt ist bei Frauen besonders ausgeprägt - und dreht sich nach einer Scheidung ins Gegenteil um. Erstaunlich ist, wie wichtig dafür offenbar Formalitäten sind: Bei Paaren, die ohne Trauschein zusammenleben, beobachten Forscher diesen Effekt nicht in gleichem Maße. Wer in "wilder Ehe" lebt, ist genauso oft depressiv wie Singles.

Wer verheiratet ist, ist nicht nur zufriedener, er lebt auch länger. Männer, die verwitwet sind, haben ein 44 Prozent höheres Sterberisiko - unabhängig von Alter und Gesundheitszustand.

Spielt es eine Rolle, wie glücklich die Ehe ist? Auch diese Frage haben Wissenschaftler untersucht und kommen zu dem Ergebnis: Offenbar ist die Qualität der Partnerschaft nur für Frauen relevant. Sind sie unglücklich verheiratet, steigt ihre Lebenserwartung nicht. Männer dagegen haben ein dickeres Fell. Sie leben auch dann länger, wenn sie eine Problem-Ehe führen.

Ein ganzes Bündel von Faktoren ist dafür verantwortlich, dass Verheiratete glücklicher und gesünder sind. Neben den finanziellen Vorteilen steigt durch den Bund der Ehe das Zusammengehörigkeitsgefühl der Partner deutlich, die emotionale Bindung nimmt zu. Etliche Studien zeigen: Soziale Beziehungen und Freundschaften machen zufriedener und verlängern unser Leben. Hinzu kommt, dass sich verheiratete Menschen anders verhalten als Singles. Vor allem Männer leben dann gesünder. Sie trinken weniger Alkohol und rauchen weniger.

Trotz all dieser Vorteile ist die Ehe in den Industrieländern offenbar ein Auslaufmodell. In England und Wales zum Bespiel gaben sich 2009 genau 231490 Paare das Ja-Wort - so wenige wie seit 1895 nicht mehr.

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