Sind größere Menschen Menschen klüger als kleinere?
Mit höheren Sohlen zu größerem Verdienst

Größere Menschen verdienen mehr, wissen Ökonomen seit langem. Doch warum das so ist, darüber herrscht bislang Rätselraten. Neue Studien legen den Schluss nahe: Hochgewachsene sind intelligenter.

Es gehört zu den erstaunlichen Dingen des Wirtschaftslebens, dass größere Menschen statistisch betrachtet mehr verdienen. Das wurde in einer Vielzahl von Studien für die USA, Großbritannien und Kontinentaleuropa immer wieder bestätigt. Als Daumenregel gilt: Ein Zentimeter bringt grob ein um ein Prozent höheres Einkommen.

Warum das so ist, darüber gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Erklärungsversuche, die zum Teil auf recht subtile Rückkopplungen abstellen. Sie gehen im Kern davon aus, dass kleinere Menschen sozial diskriminiert werden –etwa weil evolutorisch Größe auch für Kraft, Gesundheit und Durchsetzungsfähigkeit steht.

Menschen, die als Erwachsene groß sind, überragten meist schon als Kinder und Jugendliche ihre Altersgenossen. Daher lässt sich hypothetisieren, dass große Menschen durch langjährige Sozialisierung selbstbewusster und dominanter werden und diese Eigenschaften später im Berufsleben mit höherem Gehalt entlohnt werden.

Zwei Forscherinnen von der US-Eliteuniversität Princeton haben nun Forschungsergebnisse vorgelegt, die einen viel simpleren Erklärungsansatz unterfüttern: „Große Menschen verdienen im Durchschnitt mehr, weil sie klüger sind“, lautet die These von Anne Case und Christina Paxson. Dazu haben die beiden Wissenschaftlerinnen zwei britische Kohortenstudien ausgewertet, bei denen alle Kinder, die in einer bestimmten Woche der Jahre 1958 und 1970 geboren wurden, statistisch durch ihren Lebensweg begleitet. Bei regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen wurde immer wieder die Körpergröße der Kinder gemessen, im Erwachsenenalter fragten die Forscher beruflichen Status und Einkommen ab.

Case und Paxson fanden nun heraus:Es besteht ein starker und statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Körpergröße im Alter von fünf bis elf Jahren und den Ergebnissen von Intelligenztests im gleichen Alter. Je größer die Kinder waren, desto besser schnitten sie bei kognitiven Tests ab. Der Einfluss der Körpergröße war sogar stärker als der des Elterneinkommens. Wer auf acht von zehn seiner Altersgenossen herunterblicken kann, dessen Testergebnisse sind statistisch ebenso überdurchschnittlich wie die eines Kindes, dessen Eltern zu den bestverdienenden fünf Prozent der Bevölkerung gehören.

Eine im Januar veröffentlichte Studie britischer Mediziner kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Sie stellten fest, dass größeres Wachstum im frühen Kindesalter mit besserem Erinnerungsvermögen im Alter von zehn Jahren einherging.

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