Studie von Ökonomen: Lasst Gruppen sprechen – Komitees entscheiden besser

Studie von Ökonomen
Lasst Gruppen sprechen – Komitees entscheiden besser

Wer hat sich noch nicht furchtbar geärgert, weil er sich in irgendwelchen Gremien endlos mit Beiträgen anderer Redner auseinander setzen musste, bevor (hoffentlich) ein gemeinsamer Nenner gefunden wurde? Eine mindestens genauso gute Entscheidung hätte man selbst in fünf Minuten treffen können. Doch die Realität sieht anders aus.

HB FRANKFURT. Gremien entscheiden schwierige Sachverhalte besser als Einzelentscheider. Das hat – nicht zum ersten Mal – eine Studie von drei Ökonomen der Bank von England nachgewiesen. Ihr Experiment liefert zudem Anhaltspunkte zur Erklärung, warum das so ist. Die Studie einer anderen Forschergruppe mit Kern in der niederländischen Notenbank zeigt, dass Rotation eine effektive Möglichkeit sein kann, den Frustfaktor in großen Gremien klein zu halten.

Die drei Londoner Forscher ließen 170 Ökonomie-Studenten ihr Glück mit der Steuerung eines Makro-Modells versuchen. Sie sollten den Zinssatz so setzen, dass Abweichungen von Produktion und Inflation von einem Zielwert minimiert wurden. Zunächst entschieden die Teilnehmer einige Runden lang individuell. Dann kamen Runden, in denen sie per Mehrheitsentscheidung in Gremien die Zinsen festlegten. Am Ende wurde noch einmal in individuellen Runden gespielt.

Über alle Runden hinweg war die Performance der Gremien besser als die der besten Individuen. Lässt man die ersten Individualrunden außen vor, in denen die Individuen noch Know-how aufbauen mussten, so zeigt sich, dass die Gremien so gut entschieden wie die besten Individuen und deutlich besser als der Durchschnitt der Individuen. Da es oft schwierig sein dürfte, die fähigsten Individuen als Alleinentscheider auszuwählen, ist das ein starkes Argument für Gremienentscheidungen.

Ein Teil der besseren Performance geht darauf zurück, dass der Einfluss der besonders gering befähigten Individuen ausgeschaltet wird. Doch das ist nur ein Teil der Erklärung. Auch der Median – also derjenige, der ebenso viele bessere Entscheider vor sich wie schlechtere hinter sich hat – kam bei weitem nicht an die Qualität der Gremienentscheidungen heran.

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