Studie: Wie die Verbraucher von Globalisierung und Freihandel profitieren
Rumänischer Bio-Telemea und andere Globalisierungsgewinne

Fast 70 Prozent des Welthandels vollzieht sich zwischen den Industrieländern. Obwohl es zwischen diesen Ländern kaum komparative Kostenvorteile gibt, führt der Handel zu enormen Wohlfahrtsgewinnen, zeigt eine neue Studie.

Globalisierung schmeckt. 150 Käsesorten aus rund zwei Dutzend Ländern haben gute Feinkostgeschäfte heute im Angebot. Mit etwas Glück findet man sogar den nussig schmeckenden „Queso chihuahua“ aus Mexiko und rumänischen Bio-Telemea, einen Butterkäse aus Schafsmilch. Wer mag, trinkt dazu einen Merlot aus Südbulgarien oder einen Chardonnay aus China. Nur thailändischer Wurzelwein ist noch selten lieferbar.

Freihandel schafft eine größere Produktvielfalt und damit mehr Lebensqualität – der US-Ökonom Paul Krugman zeigte dies bereits 1979 in einem mathematischen Modell. Der Princeton-Professor suchte nach einer Antwort darauf, warum gerade der Handel zwischen hoch entwickelten Ländern boomt. Bis heute vollzieht sich fast 70 Prozent des Welthandels zwischen den Industrieländern. Gerade einmal 29 Länder, in denen 15 Prozent der Weltbevölkerung leben, machen mehr als zwei Drittel der weltweiten Exporte aus.

Mit der klassischen Außenhandelstheorie lässt sich dieses Phänome nicht erklären. Diese konzentriert sich auf die von David Ricardo schon 1817 entdeckten „komparativen Kostenunterschiede“.

Komparative Vorteile entstehen, wenn Länder unterschiedliche Ausstattungen mit den Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit haben. So kann man zum Beispiel in Schweden relativ schlecht Wein anbauen, in Frankreich dagegen kaum Rentiere züchten. Ricardo zeigte: Beide Länder können ihren Wohlstand erhöhen, wenn sie jeweils nur das produzieren, wo sie am besten sind – und das mit dem Ausland tauschen.

An diesem Befund gibt es auch nach 189 Jahren weder theoretisch noch empirisch etwas zu rütteln. Nur: In der Realität existieren zwischen den Industrieländern inzwischen keine nennenswerten Unterschiede bei der Faktorausstattung mehr. „Die wichtigsten Handelsnationen sind sich in Bezug auf Technologie und Ressourcen immer ähnlicher geworden, oft gibt es keine klaren komparativen Vorteile mehr“, schreibt Krugman in seinem gemeinsam mit Maurice Obstfeld verfassten erstklassigen Lehrbuch „International Economics“.

Stattdessen treiben heute vor allem so genannte „economies of scale“ den Handel. Diese Größenvorteile, die in vielen Branchen vorherrschen, bedeuten: Mit steigender Produktionsmenge sinken die Stückkosten. Für ein Unternehmen mit solch einer Kostenstruktur ist es lukrativ, einen möglichst großen Markt zu bedienen –und durch Außenhandel vergrößert sich das Absatzgebiet der Firma.

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