US-Studie zur Höhe von Managergehältern
Warum Ackermann überbezahlt ist

Im internationalen Vergleich verdienen deutsche Top-Manager noch immer zu wenig, lautet das Fazit einer neuen Studie. Eine Ausnahme bildet allerdings Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der recht üppig bezahlt wird.

DÜSSELDORF. Für Aktionärsschützer besteht kein Zweifel: "Die deutschen Vorstände können nicht mehr behaupten, sie seien schlecht bezahlt", sagt Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Nach einer DSW-Studie verdienten die Vorstandschefs der 30 Dax-Unternehmen 2005 im Schnitt drei Mill. Euro - elf Prozent mehr ein Jahr zuvor.

Eine jüngst veröffentlichte wissenschaftliche Studie von zwei amerikanischen Finance-Professoren kommt dagegen zu einem anderen Fazit: Deutsche Firmen zahlen im internationalen Vergleichen nach wie vor schlecht - wenn man die Managergehälter ins Verhältnis zum Firmenwert setzt. US-Topmanager dagegen verdienen überdurchschnittlich.

Die Autoren Xavier Gabaix (Princeton) und Augustin Landier (New York University) liefern für die Explosion der Managergehälter in den vergangenen Jahrzehnten eine ökonomische Begründung. Damit stellen sie die langläufige These in Frage, der Grund dafür sei ungezügelte Gier der Managerkaste und das Versagen der Corporate Governance.

Ihre in ein Modell gegossene These lautet: Manager sind unterschiedlich gut darin, den Firmenwert eines Unternehmens zu steigern. Bei Großunternehmen, die besonders hohe Umsätze, Gewinne und Börsenwerte haben, können überdurchschnittlich begabte Manager besonders viel bewirkten - weil die absoluten Wertzuwächse größer sind als bei Mittelständlern. Deshalb versuchen die größten Firmen durch die höchsten Gehälter die besten Manager anzulocken.

Die Forscher füttern ihr theoretisches Modell mit Daten aus der wirklichen Welt und führen so auch empirisch vor Augen, welch riesige Gehaltsunterschiede ein effizienter Markt selbst bei kleinen Talentunterschieden der Manager hervorbringt.

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