Wissenswert
Schmutz-Zertifikate fallen durch

Der CO2-Zertifikatehandel der EU sollte Wirtschaft und Klimaschutz miteinander versöhnen. Doch eine Studie zeigt: Dem von der Politik herbeigesehnten Markt mangelt es nicht nur an Effizienz.

LondonTheoretisch ist die Sache einfach. Alles, was man braucht, um den Klimawandel zu bremsen, ist ein Preis für Kohlendioxid-Emissionen. Dann regelt der Markt den Rest. Schließlich rechnen sich dann auch teure Investitionen in den Klimaschutz - solange sie billiger sind, als der Ausstoß der entsprechenden CO2 -Menge kostet.

Auf dieser Logik basiert der Emissionshandel, den die Europäische Union (EU) 2005 eingeführt und seitdem schrittweise ausgebaut hat. Die Gesamtmenge der in der EU jährlich erlaubten Emissionsmengen ist gedeckelt, und Unternehmen können die Verschmutzungsrechte auf einem Markt handeln.

In der Realität gibt es allerdings ein Problem: Der CO2 -Preis fährt Achterbahn. Im ersten Jahr verdoppelte er sich auf fast 35 Euro, dann kollabierte er auf 15 Euro, stieg anschließend wieder fast auf die alten Höchstwerte und fiel schließlich wie ein Stein zu Boden. Derzeit kostet ein Zertifikat, das zum Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid berechtigt, weniger als sieben Euro.

Die Preisentwicklung ist gleich aus zwei Gründen problematisch. Zum einen leidet die Planungssicherheit von Investoren massiv unter den enormen Ausschlägen. Zum anderen ist das absolute Niveau des CO2 -Preises nach Ansicht vieler Umweltökonomen derzeit zu niedrig - Geld in teure Klimaschutzprojekte zu investieren, lohne sich momentan nur selten.

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