Wissenswert
Warum man Managern auf die Finger schauen muss

Lohnt sich eigentlich die Kontrolle von Managern durch Aufsichtsräte? Belastbare Beweise dafür fehlten bislang. Doch jetzt können drei Wissenschaftler diese Frage erstmals empirisch beantworten. Als Forschungsobjekt dienten ausgerechnet die ehemaligen Ostblock-Staaten.
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DÜSSELDORF. Gerade in der Krise haben sie wieder Hochkonjunktur: Die Rufer und Mahner, die mehr Rechte für Aktionäre und Aufsichtsräte einfordern. Bessere Corporate-Governance-Regeln, so ihre These, würden verhindern, dass Manager nur ihre Eigeninteressen verfolgen und nicht das Wohl des Unternehmens und seiner Eigentümer im Blick haben.

Exzessive Managergehälter, überteuerte Zukäufe und andere Entscheidungen, mit denen sich die Manager nur selbst verwirklichen wollen, ließen sich abwenden, wenn die Kontrollgremien den Führungskräften endlich genauer auf die Finger schauen.

So plausibel das auch klingt - harte empirische Belege dafür, dass strengere Corporate-Governance-Vorschriften wirklich im Interesse der Unternehmenseigener sind, gibt es kaum. Denn der Einfluss der Aufsichtsräte ist extrem schwer zu messen. Schließlich gibt es Aufsichtsräte schon seit mehr als 100 Jahren - und die Corporate-Governance-Regeln haben sich im Laufe der Zeit graduell verändert. Die Wirkungen, die diese Institutionen haben, sind daher für Wissenschaftler extrem schwer greifbar.

Einem dreiköpfigen Forscherteam der London Business School, der Stern School of Business in New York und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ist genau dieses Kunststück jetzt gelungen. In einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie gelingt es den Wissenschaftlern Francesca Cornelli, Zbigniew Kominek und Alexander Ljungqvist jetzt erstmals, die Wirkungen von Corporate-Governance-Regen im Detail offenzulegen.

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  • Wirklich überraschen sollte das Ergebnis der Studie niemanden. Jedes andere Resultat hätte die fundamentale bedeutung von Privateigentum negiert. Es war, ist und bleibt eine binsenwahrheit, dass Kapitaleigentümer am stärksten am Erhalt und Wachsen ihres Vermögens interessiert sind und sich damit unverwechselbar von Verwaltern und vom Staat unterscheiden. Erhalt und Mehrung von privatem Eigentum an Produktivvermögen setzt Prosperität zwingen voraus. Folgerichtig konnte die Kausalität von wirtschaftlichem Erfolg und eigentumsbasierender Einflussnahme bzw. Aufsicht theoretisch und praktisch nie widerlegt werden. Parallel zur Rumänien-Studie wäre auch die Analyse der Ursachen für die Veruntreuung von Anlegerkapital durch banken sinnvoll gewesen. im Ergebnis wäre ebenfalls konstatiert worden, dass Lakeien niemals das Eigentümerbewusstsein entwickeln, wie es Eigentümer fast schon als charakterliches Merkmal ausprägen. Auch die bekannten verantwortungs- und gewissenlosen Übergriffe von behördenleitern - getrieben von niederen Motiven - zeigt (angesichts der dramatischen Lage am Arbeitsplatz), das Eigentümerbewusstsein stets Verantwortungsbewusstsein einschließt (hier für den Arbeitsmarkt), während behördliches Machtbewusstsein erschreckende Gleichgültigkeit, verbunden mit Heuchelei zeugt.

  • Wir brauchen keine weiteren Kontrollen!

    Wir brauchen Gesetze welche diese Spezier ebenso ruiniert wie Sie dieses mit anderen praktiezieren.
    bei nachgewiesener vorsätzlicher Vorgehensweise zum schaden anderer gehören egal ob Politiker, Vorstande oder Manager enteignet!

    Das Risiko alles zu verlieren wirkt Wunder....

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