Öl billiger - Stahl wieder teurer
Erzeugerpreise auf dem Rückmarsch

Die deutschen Erzeugerpreise sind im November im Vergleich zum Vormonat gesunken. Dafür ist der jüngste Rückgang der Ölpreise verantwortlich. Die an die Hersteller gewerblicher Produkte gezahlten Preise gingen im Schnitt um 0,5 % zum Vormonat zurück, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

HB WIESBADEN. Damit sank auch die Jahresteuerung auf der Erzeugerstufe auf 2,8 %. Wegen der Verteuerung des Öls hatte sie im Oktober noch bei 3,3 % gelegen und damit auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt erwartet, dass die von den Produzenten verlangten Preise um 0,3 % sinken und damit 3,0 % über dem Vorjahr liegen.

„Die Preise für Mineralölerzeugnisse sind im November 2004 gegenüber dem Vormonat auf Grund der gefallenden Rohölpreise zwar zurückgegangen (minus 6,8 %), lagen jedoch noch immer deutlich (plus 12,5 %) über dem Niveau vom November 2003“, teilten die Statistiker mit. Ohne Mineralölerzeugnisse wäre der Index für Erzeugerpreise nur um 2,3 % zum Vorjahr gestiegen. Nachdem der Ölpreis im Oktober vorübergehend über die Marke von 50 Dollar pro Barrel (das Fass zu 159 Liter) gestiegen war, sank er bis Ende November knapp unter 45 Dollar. Benzin kostete zwar 4,5 % weniger als im Oktober, verteuerte sich aber noch um sieben Prozent zum Vorjahr. Diesel verbilligte sich um 5,3 % zum Vormonat und stieg um gut 14 % zum November 2003 an. Leichtes Heizöl war sogar 18 % günstiger als im Oktober, kostete aber 26,5 % mehr als vor einem Jahr.

Bei den Stahlpreisen setzte sich der Preisanstieg fort. Walzstahl war im November im Schnitt über 38 % teurer als vor Jahresfrist. Besonders deutlich kletterten die Preise für so genannte schwere Profile (plus 80,3 %), Formstahl (plus 63,4 %), Walzdraht (plus 56,3 %) und Betonstahl (plus 50,1 %). „Die Stahlpreiserhöhungen der letzten Monate wirken sich zunehmend auf die Preisentwicklung von Erzeugnissen der Eisen- und Stahlverarbeitung aus“, hieß es. So verteuerten sich Drahtwaren um gut ein Drittel zum Vorjahr und Eisen- und Stahlrohre um mehr als 22 %. Billiger als vor einem Jahr waren etwa elektronische Bauelemente (minus 13 %), Datenverarbeitungsgeräte (minus 12,2 %), Zeitungspapier (minus 9,6 %) und Fischerzeugnisse (minus 6,7 %).

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