Ölpreis, geringere Exportnachfrage und Konjunkturdrosselung in China gelten als größte Risiken
Volkswirte reduzieren Prognosen für viele asiatische Länder

Der Aufschwung in Asien hat nach Einschätzung vieler Bankökonomen und Regierungen seinen Höhepunkt erreicht – trotz zuletzt guter Nachrichten aus Japan und Indien. Die Unternehmensstimmung in Japan ist so gut wie zuletzt 1991. Und Indiens Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal mit 7,4 Prozent stärker als erwartet. Doch seit Wochen drosseln hohe Ölpreise, eine geringere Elektronik-Nachfrage, ein schwächeres Wachstum im wichtigen Absatzmarkt USA und die Konjunkturdämpfung in China die Erwartungen.

PEKING. In der Folge revidierten Ökonomen ihre Prognosen schon für dieses Jahr nach unten. Einen Absturz der Konjunktur befürchtet jedoch niemand.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte in der vergangenen Woche seine Wachstumsvoraussage für die asiatischen Schwellenländer im Jahr 2005 um 0,3 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. „Die Region ist leicht verletzlich durch höhere Ölpreise, deren Auswirkung auf Wachstum und Inflation ist stärker als anderswo“, heißt es im jüngsten IWF-Bericht. Jonathan Anderson bei der Bank UBS in Hongkong, einer der Top-Ökonomen in der Exkolonie, hält den Höhepunkt des Exportwachstums und die wirtschaftliche Drosselung in China für „die bei weitem wichtigsten ökonomischen Trends in Asien“.

Von den führenden Analysten in der Region nahm Hong Liang bei Goldman Sachs in Hongkong ihre Wachstumsprognose für China in diesem Jahr um zwei Zehntel auf 8,1 Prozent zurück. Oh Suktae bei der Citibank in Seoul rechnet für Südkorea nur noch mit 4,3 statt fünf Prozent. Und Tetsufumi Yamakawa, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs in Tokio, prognostiziert für Japan bis zum Ende des Fiskaljahres im März nur noch 3,5 Prozent. Auf das Kalenderjahr bezogen sind dies 4,4 Prozent in diesem und drei Prozent im nächsten Jahr. Man sehe eindeutig eine Abkühlung, so Shane Oliver, Leiter der Investmentstrategie bei AMP Capital Investors in Sydney.

UBS-Ökonom Anderson rechnet damit, dass das Exportwachstum in der Region von 25 Prozent im ersten Halbjahr auf 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte nachlässt – vor allem wegen des China-Faktors. Indiens Regierung erwartet 2004 wegen der schwächelnden Landwirtschaft mit sechs bis sieben Prozent ein etwas schwächeres Wachstum. Die Regierung der Philippinen begründete gerade ein langsameres Wachstumstempo im zweiten Halbjahr mit höheren Ölpreisen und geringerer Produktion.

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