Ölpreis gibt leicht nach
USA: Rohöllagerbestände sind deutlich gefallen

In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche deutlich gefallen. Die Rohölbestände seien um 5,9 Mill. Barrel (je 159 Liter) auf 298,0 Mill. Barrel gesunken, teilte das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mit.

HB WASHINGTON. Die Bestände an Benzin sanken ebenfalls. Das Ministerium meldete einen Rückgang um 6,5 Mill. Barrel auf 187,9 Mill. Barrel. Die Bestände an Heizöl und Diesel (Destillate) gaben um 1,2 Mill. Barrel auf 130,5 Mill. Barrel nach. An den Ölmärkten sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Oktober nach Veröffentlichung der Daten zunächst wieder unter 104 Dollar und notierte zuletzt bei 103,87 Dollar. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte ein Barrel noch 104,18 Dollar gekostet.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte gestern Nacht überraschend beschlossen ihre Förderung um rund eine halbe Million Barrel (je 159 Liter) pro Tag kürzen. Trotzdem stiegen die Ölpreise am Mittwoch nur leicht an und lagen nur wenig über dem Fünf- Monats-Tief, das am Dienstag erreicht worden war. In Zukunft will auch Russland enger mit der OPEC zusammenarbeiten.

Der amtierende OPEC-Präsident Chakib Khelil kündigte an, man werde angesichts der „überversorgten Märkte“ ab sofort auf eine strikte Einhaltung der neuen Förderquoten achten. Vor allem Saudi-Arabien hatte seit August deutlich mehr Rohöl gefördert als von der OPEC vorgesehen. Dies war nach Einschätzung von Analysten ein wichtiger Grund dafür, dass Preis für Rohöl in den vergangenen Wochen von rund 147 $ im Juli auf rund 100 Dollar gesunken war.

Zugleich senkte die die Konferenz der Ölminister die bisher gültige Förderquote von zurzeit 29,67 Mill. Barrel auf 28,8 Mill. Barrel. Die Förderquote ist aber nur eine theoretische Richtmarke, die in der Praxis deutlich übertroffen wird. Zuletzt lag die tatsächliche Förderung aller 13 OPEC-Länder Schätzungen zufolge über 32 Mill. Barrel pro Tag. Faktisch steckt hinter der Quotenänderung ohnehin nur eine Bereinigung der offiziellen OPEC- Quote um Veränderungen im Kreis der OPEC-Mitglieder.

OPEC-Präsident Khelil ging davon aus, dass die Preise trotz der verringerten Produktion weiter fallen. Der zurzeit steigende US- Dollar werde sich mäßigend auf die Preise auswirken. OPEC-Sprecher Omar Ibrahim sagte hingegen, es gebe Hinweise auf eine „Veränderung des Trends“ zugunsten steigender Ölpreise. Analysten hatten damit gerechnet, dass die Konferenz die Quoten zumindest bis zur nächsten außerordentlichen Sitzung am 17. Dezember nicht antasten würde.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet unterdessen, dass die Ölnachfrage in diesem und im nächsten Jahr langsamer wächst als bislang vermutet. Die Nachfrage werde in diesem Jahr nur um 0,8 Prozent auf 86,8 Mill. Barrel pro Tag steigen. Das sind 100 000 Barrel pro Tag weniger als bisher erwartet. Für 2009 nahm die IEA ihre Prognose für die Nachfrage um 140 000 Barrel zurück und erwartet jetzt nur noch einen Anstieg um ein Prozent auf 87,6 Millionen.

Russland übermittelte dem Ölkartell am Dienstagabend eine Absichtserklärung für eine engere Zusammenarbeit. „Die Zusammenarbeit mit der OPEC ist eine der wichtigsten Ziele Russlands“, sagte der russische Vizepremierminister Igor Sechin, der auch Vorsitzender des größten russischen Ölkonzerns Rosneft ist. Analysten brachten diesen Schritt mit den Spannungen zwischen dem Westen und Russland über den Georgien-Konflikt in Verbindung.

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