Österreich-Report
IWF ist zufrieden mit der Alpenrepublik

Der Währungsfonds mahnt die österreichischen Banken allerdings zur Vorsicht in Osteuropa. Sie hätten dort vor der Krise unkontrolliert Kredite vergeben.
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WienDer Internationale Währungsfonds (IWF) ist grundsätzlich zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich. "Die Erholung ist auf gutem Weg", sagte die IWF-Abgesandte Enrica Detragiache bei der Präsentation des neuen Länderreports zu Österreich in Wien. Das Krisenmanagement sei vorüber, betonte die Vertreterin des Währungsfonds. Wegen ihres starken Engagements in Osteuropa waren insbesondere die großen österreichischen Banken unter starken Druck gekommen. Der Staat musste den Kreditinstituten auch mit einem Hilfsprogramm unter die Arme greifen. Jetzt haben die ersten Banken begonnen, diese Hilfen an den Staat zurückzuzahlen.

Gleichwohl sieht der IWF Probleme in Österreich. Der Währungsfonds appelliert ganz besonders an den Staat, die öffentlichen Schulden zurückzufahren. "Wir brauchen einen glaubwürdigen Pfad zur Schuldenreduktion", sagte die IWF-Abgesandte. Österreich brauche vor allem eine Reform des Rentensystems. Die Alpenrepublik werde es sich nicht mehr erlauben können, Arbeitnehmer so früh in Rente zu schicken. Österreich hat im europaweiten Vergleich extrem viele Frührentner, die jünger als 60 Jahre alt sind.

Mehr Vorsicht verlangte IWF-Vertreterin Detragiache von den österreichischen Banken. Sie sollten in Osteuropa insgesamt vorsichtiger agieren. Vor der Krise hätten sie ihre Kredite dort zu unkontrolliert vergeben. Besonders beliebt waren Fremdwährungskredite, die Schuldner in Osteuropa heute immer seltener bedienen können.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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