Offizielle Prognose erst im Herbst
Die hohen Ölpreise behindern Wachstum in der Euro-Zone

Die Wachstumsaussichten in der Euro-Zone werden durch die hohen Ölpreise gedrückt. So werden in der EU-Kommission für das laufende Jahr nur noch 1,3 bis 1,4 Prozent statt der im Frühjahr vorhergesagten 1,6 Prozent erwartet.

HB BRÜSSEL. Die Wie es in Brüssel hieß, solle eine neue offizielle Vorhersage aber erst im Herbst gemacht. In einem am Montag veröffentlichten Bericht zur Konjunkturlage schrieb EU- Währungskommissar Joaquín Almunia, die Annahme von 1,6 Prozent Wirtschaftswachstum sei wohl etwas zu zuversichtlich gewesen.

Nach einem enttäuschenden zweiten Quartal dürfte das Wachstum bis Jahresende aber wieder anziehen, schrieb die Kommission. Der weltweite Handel wachse wieder. Der gefallene Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar nutze europäischen Exportunternehmen.

Die Kommission hatte in ihrem Frühjahrs-Konjunkturgutachten das Wachstum auf der Basis eines durchschnittlichen Ölpreises von 51 Dollar je Barrel (159 Liter) berechnet. Die Rohöl-Preise kletterten aber in der ersten Jahreshälfte über 60 Dollar. Noch Ende vergangenen Jahres hatte Brüssel für die zwölf Länder der Euro-Zone ein Wachstum von 2 Prozent erwartet.

Unterschiede bei den Wachstumsraten der einzelnen Mitgliedsländer seien nicht zu vermeiden, hießt es in dem Bericht. Auch zwischen den US-Bundesstaaten und zwischen den deutschen Bundesländern gebe es solche Unterschiede.

Almunia sprach einen der Gründe an: Die zum Start der Währungsunion am 1.1.1999 festgelegten Wechselkurse der nationalen Währungen zum Euro. „Die für einige Staaten festgelegten Wechselkurse scheinen in der Rückschau nicht vollständig mit den (wirtschaftlichen) Grundlagen im Einklang gestanden zu haben.“

Die Kommission verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach der Wechselkurs der deutschen Währung zu hoch angesetzt wurde. Laut Konjunkturbericht sank die Wettbewerbfähigkeit Deutschlands (auf Grundlage von Arbeitskosten) seit Start der Währungsunion konstant, während die der anderen Länder mehr oder weniger stabil blieb oder sogar deutlich stieg, wie im Falle Portugals, Spaniens oder der Niederlande.

Wegen der hohen Ölpreise ist der Preisdruck in der Euro-Zone wieder gestiegen: Die jährliche Teuerungsrate kletterte im Juni auf 2,1 Prozent nach 2,0 Prozent im Mai, berichtete das Europäische Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg. In der gesamten EU mit 25 Staaten blieb die Rate im Juni im Vormonatsvergleich bei 2,0 Prozent stabil.

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