Offizielle Statistik
Arbeitslosenzahl seit Monaten höher als angegeben

Wegen einer Panne bei der Datenübertragung hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) monatelang zu niedrige Arbeitslosenzahlen gemeldet. Das Problem hat sich inzwischen abgeschwächt, ist allerdings bis heute nicht gänzlich aus der Welt.

HB NÜRNBERG. Der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, räumte am Donnerstag ein, beispielsweise weise die Statistik vom Januar 2007 eine um 37 500 geringere Zahl von Erwerbslosen aus. Die Differenz zwischen der amtlichen Statistik und der tatsächlichen Arbeitslosenzahl habe sich in den darauf folgenden Monaten nach und nach verringert und betrage im Mai nur noch 6 000. Der Grund sei, dass viele der nicht erfassten Jobsucher inzwischen eine Stelle gefunden hätten.

Weise betonte: „Die Differenz in der Arbeitslosenstatistik ändert aber nichts an unserer generellen Arbeitsmarkteinschätzung und dem Trend.“ Die amtliche Statistik werde nachträglich korrigiert. Künftig werde bei auftauchenden Fehlermeldungen die Verarbeitung von Arbeitslosendaten sofort gestoppt, sagte der BA-Manager.

Nach Angaben Weises waren Ende Dezember 2006 knapp 40 000 erfasste Arbeitslose nicht in die Arbeitsmarktstatistik eingeflossen. „Ein ganzer Datensatz ist nicht verarbeitet worden“, erläuterte der BA-Chef. Zugleich sei ein in solchen Fällen automatisch erstelltes Fehlerprotokoll von BA-Mitarbeitern unbeachtet geblieben. Erst im April habe eine Plausibilitätskontrolle die Statistik-Lücke aufgedeckt. Es sei aufgefallen, dass sich erfolgreiche Jobsucher bei den Arbeitsagenturen abgemeldet hätten, die statistisch gar nicht erfasst gewesen seien.

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