Oktober-Daten
Teuerung im Euro-Raum lässt deutlich nach

Stark sinkende Ölpreise infolge der Finanzkrise haben die Teuerung im Euro-Raum gedämpft. Im Oktober sank die Inflationsrate auf 3,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach ersten Berechnungen mitteilte. Das dürfte den Weg für eine weitere Zinssenkung der Europäischen Zentralbank ebnen.

HB BRÜSSEL. Die Verbraucherpreise sanken von 3,6 Prozent im September auf den tiefsten Stand seit Januar. Die Inflation nähert sich allmählich der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) stabile Preise gewährleistet sieht. Deutschland ist dieser Schwelle mit 2,4 Prozent schon sehr nahe gekommen.

Diese Entwicklung dürfte die EZB bestärken, ihren Leitzins von 3,75 Prozent im Kampf gegen die Rezession kommende Woche zu senken. „Die Tür für eine aggressive Lockerung der Geldpolitik der EZB steht weit offen“, sagte Unicredit-Volkswirt Marco Valli.

Noch im Juni und Juli hatten die Lebenshaltungskosten mit vier Prozent so kräftig zugelegt wie nie zuvor im gemeinsamen Währungsraum. Seitdem entlastet aber billigere Energie die Geldbörsen der Verbraucher. Vor allem Benzin und Diesel sowie Heizöl kosteten weniger. Vorausgegangen war ein Preisrutsch an den Ölmärkten. Ein Fass kostet derzeit nicht einmal halb so viel wie im Juli, als mit 147 Dollar ein Rekordhoch erreicht wurde. Grund ist der drohende Rückgang der Nachfrage als Folge des weltweiten Abschwungs, den die Finanzkrise ausgelöst hat.

Die Europäische Zentralbank hat bereits für ihre Sitzung am Donnerstag eine Zinssenkung in Aussicht gestellt. Die große Mehrheit der Ökonomen erwartet einen Schritt um 0,50 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent. „Jeder kleinere Schritt wäre eine Enttäuschung“, sagte Valli. Wie andere Experten sieht er damit aber eine Lockerung der Geldpolitik noch nicht am Ende. „In den nächsten Monaten dürfte die EZB auch noch weiteren Spielraum für Zinssenkungen sehen und ausnutzen“, betonte Fabienne Riefer von der Postbank.

EZB-Topbanker Lorenzo Bini Smaghi warnte jedoch vor einer zu starken Lockerung der Geldpolitik im Kampf gegen den Abschwung. „Wir sollten daran denken, dass die Zinsen im vorherigen Konjunkturzyklus sehr niedrig und vielleicht sogar zu niedrig lagen. Wir dürfen diesen Fehler nicht wiederholen“, sagte das Mitglied des EZB-Direktoriums auf einer Konferenz in Rom. Details zur Preisentwicklung in der Euro-Zone will Eurostat am 14. November veröffentlichen.

Die Arbeitslosenquote der Eurozone hat sich im September wie erwartet stabil gehalten. Die saisonbereinigte Quote verharrte nach Angaben der europäische Statistikbehörde Eurostat vom Freitag auf dem Vormonatswert von 7,5 Prozent. Im September des Vorjahres habe die Quote bei 7,3 Prozent gelegen, hieß es weiter.

Eurostat bezifferte die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Euroraum auf 11,691 Millionen. Zum Vormonat stieg die Zahl um 52 000 an, zum Vorjahresmonat legte sie um 507 000 zu.

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