OPEC tastet Förderquoten nicht an
Ölpreis schmiert ab

Auf ihrem Treffen in Wien haben sich die wichtigsten Ölexporteure nicht auf eine Förderkürzung einigen können. Saudi-Arabien will an seinen Quoten festhalten. Der Ölpreis sinkt auf ein neues Vier-Jahres-Tief.
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WienDie Opec hat sich bei ihrem Treffen am Donnerstag gegen eine Reduzierung der Fördermenge entschieden. Das bestätigte der saudi-arabische Ölminister Ali Al-Naimi am Nachmittag nach der fünfstündigen Sitzung in Wien. Sein kuwaitischer Amtskollege Ali Saleh Al-Omair signalisierte, dass die Produktion gleich bleiben soll. "Keine Änderung", sagte er. Der Ölpreis sank nach dem Bekanntwerden des Beschlusses auf ein neues Vier-Jahres-Tief.

Auf der Tagung zeigte sich das Ölkartell tief gespalten. Dabei standen sich die Fronten der Befürworter von Förderkürzungen und die Gegner gegenüber. Auf Seite des Ölstaates stehen laut dem saudi-arabischen Ölminister al-Naimi auch Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Andere große Ölförderländer, wie Iran oder Venezuela, wollen dagegen am Förderhebel drehen.

Der saudische Ölminister Ali Al-Naimi hatte schon vor dem Treffen erklärt: „Niemand sollte kürzen, und der Markt wird sich von selbst stabilisieren.“ Zum Auftakt der Tagung pflichtete Kuwaits Ölminister Ali Saleh Al-Omair ihm bei, das derzeitige Überangebot am Markt stamme nicht nur von Opec-Ländern. „Selbst wenn Opec leicht kürzt, würde das nicht dazu beitragen, das Überangebot am Markt zu verringern.“

Der venezolanische Außenminister Rafael Ramirez signalisierte hingegen Zustimmung zu einer Produktionskürzung, um die Preise zu stabilisieren. „Wir brauchen einen Preis der für jeden gut ist“, sagte er. Der liege bei rund 100 US-Dollar pro Barrel. Davon sind die Ölpreise derzeit weit entfernt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete am Donnerstag zeitweise 75,95 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit September 2010.

Seit dem Sommer sind die Ölpreise um rund 30 Prozent abgerutscht - trotz der Krisen im Nahen Osten und des Ukraine-Russlands-Konflikts. Als Folge sind auch die Kraftstoffpreise so niedrig wie seit langem nicht mehr. Der Preis für Heizöl lag erstmals seit mehr als vier Jahren unter der Marke von 70 Euro für 100 Liter. Das Internet-Portal des Messtechnik-Herstellers Tecson ermittelte einen bundesweiten Durchschnittspreis von 69,20 Euro.

Der russische Ölkonzern Rosneft schließt ein weiteres Abrutschen des Ölpreises um rund 20 Prozent auf unter 60 Dollar pro Fass nicht aus. Ein solcher Preisverfall sei möglich, allerdings wohl nur gegen Ende der ersten Jahreshälfte 2015, sagte Rosneft-Chef Igor Setschin der Zeitung "Die Presse" aus Österreich. Die Opec-Entscheidung verschärft Russlands Haushaltsprobleme. Das Land hat ohnehin schon mit den Auswirkungen der westlichen Wirtschaftssanktionen wegen der Ukraine-Krise zu kämpfen.

Setschin sagte zudem, er glaube, Russland habe das Potenzial, seine Fördermenge um 200.000 bis 300.000 Fass pro Tag zu kürzen, sollte der Ölpreis weiter so niedrig bleiben. (1 Fass = 159 Liter) Russland ist nicht Mitglied der Organisation Erdöl fördernder Länder (Opec).

Die Opec steht für etwa ein Drittel der Opec-Produktion, die wiederum ein Drittel der weltweiten Ölproduktion ausmacht. Je niedriger der Ölpreis, desto geringer sind die Einnahmen der zwölf Mitgliedsländer. Die globale Nachfrage nach dem „Schmiermittel der Weltwirtschaft“ lahmt angesichts der flauen Konjunktur.

Zudem haben die USA als weltgrößter Energieverbraucher ihre Ölproduktion deutlich ausgeweitet. Es gab dort einen regelrechten Schieferölboom, der am am Ölmarkt ein Überangebot und damit die sinkenden Preise auslöste. Saudi-Arabien hat daraufhin sogar Anfang November US-Kunden überraschend einen Sonderrabatt gewährt.

Wie schwer der Preisverfall die Ölförderer trifft, zeigt auch Russland. „90 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar verlieren wir, weil der Ölpreis um 30 Prozent gefallen ist“, hatte kürzlich Russlands Finanzminister Anton Siluanow erklärt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " OPEC tastet Förderquoten nicht an: Ölpreis schmiert ab"

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  • Hein, das denke ich auch schon seit einiger Zeit, daß die Schieferöl- oder Ölsandgeschichte nur Wunschdenken ist. Ob die Betreiber jemals auch nur einen mittleren Öltanker vollbekommen, ist eher fraglich.

  • @ Herr Thomas Ungläubig

    >> Wer ist wir? >>

    ...die Fußgänger....:-)

  • honi soit...

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