Optimismus der Unternehmen ungebrochen
Finanzkrise perlt an Wirtschaft ab

Optimismus zu Zeiten der Subprime-Krise: Die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten werden den anhaltenden Aufschwung in Deutschland kaum abbremsen. Laut einer Handelsblatt-Umfrage unter Konjunkturexperten können gerade deutsche Unternehmen mit einem erfolgreichen zweiten Halbjahr 2007 rechnen. Zwei Gründe sprechen sogar für eine Tempoerhöhung.

DÜSSELDORF. Experten sehen die Konjunktur weiter auf Wachstumskurs. Die US-Immobilienkrise dürfte deutsche Exporteure in Amerika zwar Aufträge kosten, die Nachfrage aus anderen Ländern gleiche diese Schwäche aber mehr als aus. Diesen Tenor ergab eine Handelsblatt-Umfrage unter Unternehmen, Volkswirten und Wirtschaftsverbänden.

„Die Realwirtschaft wächst weltweit kräftig, da wächst die deutsche Wirtschaft kräftig mit“, sagt Joachim Fels von der Investmentbank Morgan Stanley. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft weiter auf Wachstumskurs: Alle Fundamentaldaten sprächen dafür, die Auswirkungen der Kreditkrise seien kontrollierbar.

Am vergangenen Donnerstag und Freitag hatten die Notenbanken weltweit Milliardensummen ins Bankensystem gepumpt, um die Geldversorgung der Institute sicherzustellen und eine akute Kreditkrise zu verhindern. Auslöser sind Probleme am US-Markt für schlecht besicherte Hypothekendarlehen (Subprime). Anleger fürchten, dass sich die dortigen Liquiditätsengpässe auch auf andere Märkte ausdehnen und die Banken in Finanzierungsnöte bringen könnten. Die Aktienkurse der Finanzhäuser sind auf Talfahrt und ziehen die Börsen mit. So verlor der Deutsche Aktienindex (Dax) seit seinem Höchststand Mitte Juli 9,4 Prozent, der US-Leitindex Dow Jones gab um 5,4 Prozent nach.

Hinter den fallenden Kursen steckt die Befürchtung, dass eine weltweite Bankenkrise auf die Konjunktur durchschlagen könnte. „Realwirtschaft funktioniert nicht losgelöst vom Finanzsektor“, warnt Fels. Für ein Überspringen gibt es aber nach Einschätzung des Europa-Chefvolkswirts von Standard & Poor’s, Jean-Michel Six, keine Anzeichen. „Die Finanzlage der Firmen ist sehr gut, die Konjunktur robust. Ich sehe wenig Grund zur Sorge um die Wirtschaft,“ sagte er dem Handelsblatt.

Selbst für die US-Wirtschaft, die die Folgen der Hypothekenkrise am ehesten zu spüren bekommt, erwarten Experten keinen Einbruch. US-Volkswirte haben ihre Wachstumsprognosen jüngst um 0,1 Prozentpunkte zurückgestuft. Sie rechnen im laufenden Quartal jetzt mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,3 Prozent. Für das Gesamtjahr 2007 erwarten sie einen Zuwachs von 2,2 Prozent. „Die Risiken sind gestiegen, aber wir werden da durchkommen“, sagte Diane Swonk von Mesirow Financial. Die Hauptsorge gilt dem privaten Konsum, der zuletzt Ermüdungserscheinungen zeigte. Er steht für mehr als zwei Drittel der US-Konjunktur.

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