Optimismus
Konjunktur zwischen Hoffen und Bangen

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle sieht die deutsche Wirtschaft in der weltweiten Rezession noch wesentlich stärker belastet als bislang befürchtet. Das Institut erwartet dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 4,8 Prozent. Doch es gibt auch einen Lichtblick: Die Finanzprofis sehen die Talsohle laut der jüngsten ZEW-Konjunkturumfrage bald erreicht.

HB HALLE/MANNHEIM. Die Hallenser Forscher revidierten damit ihre bisherige Prognose deutlich nach unten. Der Einbruch des Welthandels falle stärker aus als bisher angenommen, erklärten sie. Dadurch werde die exportorientierte deutsche Wirtschaft empfindlich getroffen.

Noch im Dezember hatten die Experten einen Rückgang des BIP von 1,9 Prozent vorausgesagt. In der vergangenen Woche hatte bereits das Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine revidierte Prognose für 2009 vorgelegt und einen Konjunktureinbruch von 3,7 Prozent in diesem Jahr prognostiziert. Das Hamburgische Weltwirtschaftinstitut (HWWI) rechnet aktuell mit 3,8 Prozent Minus. Das gemeinsame Frühjahrsgutachten soll am 23. März vorgelegt werden.

Die Forscher aus Halle erklärten, "der Einbruch der Weltkonjunktur im Winterhalbjahr 2008/2009 hat den Exportweltmeister Deutschland besonders getroffen und viel stärker als noch zum Jahresende erwartet". Anders als in der Vergangenheit könnten Nachfrageausfälle in der einen Region nun nicht mehr durch hohe Exportzuwächse in anderen Regionen kompensiert werden. Eine Folge seien sinkende Investitionen im Inland, unter anderem bei Wirtschaftsbauten.

Mit den Konjunkturpaketen der Bundesregierung würden die Ausgaben des Staates für Bauten zwar kräftig ausgeweitet, hieß es weiter. Sie könnten aber den Ausfall von Unternehmens-Investitionen nicht ausgleichen. "Alles in allem ist eine Stabilisierung frühestens im Verlauf des Jahres 2010 zu erwarten." Der Prognose zufolge wird die Zahl der Kurzarbeiter in diesem Jahr auf einen Höchststand von 1,8 Millionen klettern.

Die Kurzarbeit verzögere zwar das Übergreifen der Rezession auf den Arbeitsmarkt. Für 2010 sei dann aber mit einem deutlichen Abbau von Kurzarbeit und einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosenzahl zu rechnen. Das Institut schätzt, dass Ende 2010 rund 4,5 Millionen Arbeitslose registriert sein werden. Die Beschäftigung würde damit auf den Stand wie zu Beginn des vergangenen Aufschwungs sinken.

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