Osteuropabank
EBRD korrigiert Wachstumsprognosen nach unten

Für die Schwellenländer Europas und Nordafrikas sieht es nicht gut aus. Die Osteuropabank EBRD hat ihre Wachstumsprognose für die Staaten um knapp ein Drittel reduziert. Als Grund nennt sie die russische Konjunktur.
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IstanbulDie Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat ihre Wachstumsprognosen für die Schwellenländer Europas und Nordafrikas gesenkt. Die EBRD gab am Freitag bekannt, nur noch mit einem Gesamtplus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,2 Prozent zu rechnen. Im vergangenen Jahr reichte es noch zu 2,6 Prozent. Im Januar hatte die EBRD für 2013 noch einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent erwartet. Die Prognose bezieht sich auf einen Wirtschaftsraum, der von Mitteleuropa über den Balkan bis Zentralasien verläuft und auch die südlichen und östlichen Mittelmeeranrainer umfasst.

Die Bank, die 65 Aktionären – darunter die USA, Deutschland und Frankreich – gehört, begründete die Korrektur vor allem mit dem Einbruch der russischen Wirtschaft. Demnach wächst die Konjunktur in dem flächenmäßig größten Land der Welt 2013 nur um 1,8 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vorjahr. Im Januar hatte die EBRD fürs laufende Jahr noch 3,5 Prozent in Aussicht gestellt. Auch für Polen und die Türkei ist die Bank weniger optimistisch als noch Anfang des Jahres.

Für Slowenien hat die EBRD Lob übrig. Das Land bewege sich in die richtige Richtung, sagte EBRD-Chefökonom Erik Berglof. Slowenien versucht derzeit, ohne Hilfe des Rettungsschirms ESM sein Bankensystem zu reformieren und den Haushalt zu sanieren. Mit Unterstützung seitens der Wirtschaft kann die Regierung in Ljubljana kaum rechnen. Die EBRD prognostiziert, dass die slowenische Wirtschaft um 2,5 Prozent schrumpft. Auch für Ungarn und Kroatien rechnet die Bank damit, dass sie zunächst nicht aus der Rezession herausfinden.

Die EBRD wurde 1991 gegründet, um die früheren kommunistischen Länder in Mittel- und Osteuropa beim Übergang in die Marktwirtschaft zu unterstützen. Mittlerweile ist die EBRD auch in Asien und seit kurzem auch in Nordafrika und dem Nahen Osten tätig. Für Ägypten, Libyen und Tunesien rechnet die EBRD nun für dieses Jahr mit einem BIP-Plus von 3,0 Prozent und damit einen Prozentpunkt weniger als noch im Januar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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