Pfandbriefe und Covered Bonds
Finanzbranche kritisiert EZB-Ankaufprogramm

Investoren und Banken halten wenig von der EZB-Maßnahme, Pfandbriefe und Covered Bons anzukaufen. Die Finanzbranche fürchtet, dass so vorhandene Käufer verdrängt werden. Und bezweifelt, dass mehr Kredite vergeben werden.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) wird in den nächsten Tagen damit beginnen, Pfandbriefe und Covered Bonds zu kaufen, doch das stößt bei Investoren und Banken auf wenig Gegenliebe. „Es besteht die Gefahr, dass durch das Kaufprogramm der EZB vorhandene Käufer aus dem Markt gedrängt werden, zumal es schon jetzt mehr Nachfrage als Angebot gibt“, sagte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Pfandbriefbanken, dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Investoren sehen das ähnlich. „Wenn jetzt noch die EZB als Käuferin hinzukommt, stehen sich alle auf den Füßen“, sagte Ralf Burmeister, Fondsmanager bei der Deutsche Asset and Wealth Management.

Covered Bonds sind mit Hypotheken oder Krediten an die öffentliche Hand gedeckte Anleihen von Banken. In Deutschland firmieren sie unter dem Namen Pfandbriefe. Über Covered Bonds können sich Banken aktuell extrem günstig refinanzieren. Die Renditen für mit Hypotheken gedeckte Bonds liegen in Deutschland im Schnitt bei nur 0,5 Prozent, in Spanien bei knapp 1,3 Prozent.

Anders als bei Asset Backed Securities (ABS), die die EZB ebenfalls kaufen will, verbleiben bei Covered Bonds die Kredite auf den Bilanzen der Banken. Deshalb zweifeln viele Experten daran, dass die Notenbank über die Käufe von Covered Bonds die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln kann. „Noch mehr günstige Liquidität führt längst noch nicht dazu, dass auch mehr Kredite vergeben werden“, betont Florian Eichert, Analyst bei der Crédit Agricole.

Der Markt für Covered Bonds hat international ein Volumen von 2,6 Billionen Euro. 1,5 Billionen Euro davon entfallen auf Banken aus der Euro-Zone – vor allem auf die aus Deutschland, Frankreich und Spanien. Die EZB hatte im September erstmals das Kaufprogramm angekündigt. Zuletzt sprach EZB-Vizedirektor Vítor Constâncio von Käufen über maximal 600 Milliarden Euro, wobei das Volumen auch kleiner ausfallen könne. Das Kaufprogramm ist auf mindestens zwei Jahre ausgelegt.

Den vollständigen Bericht finden Sie als Digitalpass-Kunde hier zum Download.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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