Porträt des Ernst Welteke
Ein jähes Karriere-Ende

Die steile Karriere des Bundesbank-Präsidenten Ernst Welteke wurde durch eine Hotelrechnung in Höhe von 7661 Euro jäh beendet.

HB FRANKFURT/M. Knapp zehn Tage lang ließ der 61-Jährige sein Amt ruhen, schließlich trat er unter dem Druck von Bundesregierung und Öffentlichkeit zurück. Auch die nachträgliche Bezahlung der zunächst von der Dresdner Bank übernommenen Rechnung half Welteke nicht.

Dabei kennt Welteke die Spielregeln für Politiker und Beamte seit Jahrzehnten. Vor seiner Tätigkeit als Zentralbank-Manager hatte Welteke in der SPD Karriere gemacht und stieg vom Kreisvorsitzenden (Hochtaunuskreis) bis zum hessischen Finanzminister auf.

Welteke genoss in seiner langen politischen Laufbahn den Ruf, zutiefst Unabhängig zu sein, was ihn für den sensiblen Posten des Währungshüters und Bankenaufsehers qualifizierte. Trotz seines Parteibuchs scherte sich Welteke wenig um politischen Druck.

Als Verfechter des Euro und des Stabilitätspakts kritisierte er im vergangenen Jahr öffentlich die Aussetzung der EU-Defizitverfahren gegen Deutschland und Frankreich. Von der Politik verlangte er mehr Reformen und eine sparsame Haushaltsführung. Dabei forderte er immer wieder seinen alten Weggefährten, Finanzminister Hans Eichel (SPD), heraus. Von dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Eichel war Welteke 1991 zum Wirtschaftsminister berufen worden. Drei Jahre später wechselte der studierte Volkswirt an die Spitze des Finanzressorts, verzichtete 1995 aber auf eine erneute Kandidatur.

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