Positiver Ausblick

Konjunktur-Superstar Deutschland

Wie schon in den letzten Jahren lassen sich viele Firmen von den negativen Prognosen der Ökonomen nicht irritieren. Sie vertrauen auf ihre eigene Stärke. Die deutsche Wirtschaft kann einem ungünstigen Umfeld trotzen.
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Die deutsche Wirtschaft beweist, dass sie der Euro-Krise trotzen kann. Quelle: dapd

Die deutsche Wirtschaft beweist, dass sie der Euro-Krise trotzen kann.

(Foto: dapd)

DüsseldorfEs ist gerade einmal zwei Wochen her, dass die Industrieländer-Organisation OECD den Deutschen eine Rezession ankündigte. Um 0,1 Prozent im dritten Quartal und 0,2 Prozent im vierten Quartal werde die Wirtschaft zwischen Flensburg und Sonthofen schrumpfen, sagte die OECD am 6. September voraus. Zwei Quartale im Minus - damit wäre die Definition einer Rezession erfüllt. Dass die Industrie noch im Juli mit steigender Produktion und Auftragseingängen überrascht hatte, ignorierten die Pariser Ökonomen.

Dass sie mit ihrem Pessimismus danebenliegen, belegen nun auch wichtige Frühindikatoren. Der ZEW-Index, der auf einer Umfrage unter Analysten beruht, stieg im September zum ersten Mal nach vier Rückgängen in Folge. Und diese Woche legte auch der Einkaufsmanagerindex für Deutschland zu - um 2,7 auf 49,7 Punkte. Er beruht auf einer Umfrage des Forschungsinstituts Markit unter den Einkäufern der Unternehmen, ist also nah an der Realwirtschaft. Ab 50 Punkten zeigt er eine Expansion an. "Deutschland hat es geschafft, den Summertime Blues abzuschütteln", resümiert Markit-Ökonom Tim Moore. Zwar ist noch unklar, ob damit der im Frühjahr begonnene Abschwung schon vorüber ist. Der Ifo-Index als wichtigster deutscher Frühindikator wird darüber am Montag mehr Aufschluss geben. Klar ist aber, dass alle Kassandrarufe einmal mehr verfrüht waren. Die deutsche Wirtschaft beweist, dass sie der Euro-Krise und einem ungünstigeren weltwirtschaftlichen Umfeld trotzen kann.

Diese Widerstandsfähigkeit hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute schon im April 2009 massiv unterschätzt. Sie sagten in ihren Frühjahrsgutachten eine Krise bis Mitte 2010 und knapp fünf Millionen Arbeitslose voraus. Im Nachhinein zeigte sich, dass die Wirtschaft da schon wieder zu wachsen begonnen hatte. Die Arbeitslosenzahl stieg denn auch nicht, sondern sank bis Ende 2010 auf drei Millionen. Nach einem Wirtschaftswachstum von 4,2 Prozent 2010 erwarteten die meisten Prognostiker für 2011 allenfalls noch zwei Prozent - es wurden glatt drei.

Systematische Unterschätzung
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9 Kommentare zu "Positiver Ausblick: Konjunktur-Superstar Deutschland"

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  • @curiosus_

    Soll natürlich heißen "Nun ja, bei 2% Inflation im ersten Halbjahr bleibt ....."

  • "Der Einzelhandel freute sich über ein Plus von 2,6 Prozent im ersten Halbjahr"

    Nun ja, bei 2% im ersten Halbjahr bleibt ein Plus von gerade mal 0,6% übrig. Da werden kaum die Sektkorken geknallt haben.

    Mal abwarten:

    "Kräftig steigende Energiekosten überschatten im deutschen Einzelhandel die Freude auf das Weihnachtsgeschäft. Die Stimmung in der mehr als 3 Millionen Mitarbeiter zählenden Branche ist laut Handelsverband Deutschland (HDE) so schlecht wie seit langem nicht mehr. Erstmals seit mehr als zwei Jahren überwiege wieder der Anteil der Händler mit einer schlechten Lagebewertung gegenüber denen mit einer guten, teilte der HDE am Dienstag in Düsseldorf mit."

    Quelle: http://www.wallstreet-online.de/nachricht/5005655-roundup-stimmungsabschwung-handel-energiekosten-belasten

  • @ Hermosa

    Richtig. Dann doch lieber hohe Löhne/Gehälter und niedrige Sozialbeiträge und stattdessen mehr Arbeitslose.
    Übriegens; bei hoher Arbeitslosigkeit steigen die Sozialleistungen und damit auch die notwendigen Sozialabgaben.

  • Das Handelsblatt schreibt gute Artikel. Man sollte sich aber mehr an den Fakten orientieren und nicht jede normale Mini-Konjunkturschwankung als Aufschwung propagandieren.
    Die Realität ist hier, 2. Grafik von oben:
    http://www.querschuesse.de/zew-konjunkturerwartungen-hellen-sich-leicht-auf/

  • Es ist erschreckend mit welchen schwiemeligen "Heilsbotschaften" unsere Wirtschafts-Journaille positives Denken verbreitet, ohne jeden ökonomische Sachverstand. Da spart sich ganz Europa in die Rezession und dennoch bleibt das deutsche Geschäftsmodell, das auf Nachfrage aus dem Ausland beruht, sakrosankt. Das ist Voodoo-Ökonomie Herr Heilmann.

  • Gewinnwarnung von Daimler? Kurzarbeit bei ThyssenKrupp?
    EU-Automarkt -9%?

  • es ist schon abenteuerlich was hier so geschrieben wird !
    bei steigender Inflation wird die kaufkraft schwinden und die sparprogramme den export senken.
    auch deutschland wird es merken aber richtig.
    es ist nur eine frage der zeit man muss nicht bwl studiert haben um zu sehen was hier abgeht.

  • Konjunturmotor ja,

    aber auf Kosten der Arbeinehmer!

    Geringere Gehälter und Sozialleistungen für mehr Arbeit!

    Keine guten Tendenzen....

  • Schön, dass auch mal der überzogene Pessimismus der Wirtschaftsforscher thematisiert wird. Für die Fehleinschätzung verantwortlich ist sicherlich ein viel zu wenig beachteter Herden-Effekt: Alle Befragten lesen Zeitung. Die Medien sind traditionell sehr pessimistisch eingestellt, solange, bis die Leser keine Lust mehr auf schlechte Nachrichten haben und sich positive Berichterstattung durchsetzt. Ergo ergibt sich ein durch Zeitunglesen stark beeinflußtes Meinungsbild. "Mir/unserem Unternehmen geht es gut aber allgemein ist die Lage ziemlich schlecht/bestimmt wird es schlechter" ist das Ergebnis. Am besten sieht man das beim Ifo-Index, der ja aus Lager- und Erwartungskomponente besteht. Während der Lageindex immer noch auf hohem Niveau ist und dort auch ziemlich stabil liegt, ist der Erwatungsindex schon lange im Keller, ohne dass sich der Lage-Index diesem Erwartungsindex rasant nähert, wie es eigentlich zu erwarten wäre.

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