Positiver Geschäftsausblick
USA übernimmt Rolle als Konjunkturlokomotive

Positive Wirtschaftsdaten haben dem Konjunkturoptimismus in den USA neue Nahrung gegeben. Die Wall Street und der Dollar reagierten am Donnerstag mit Kursgewinnen auf die größtenteils besser als erwartet ausgefallenen Zahlen.

Reuters NEW YORK. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia stieg im August deutlich stärker als von Volkswirten erwartet und liefert damit ein weiteres Anzeichen für eine Erholung der krisengeschüttelten US-Industrie. Der Index verbesserte sich auf plus 22,1 Punkte von plus 8,3 Zählern im Juli, wie die Philadelphia Fed mitteilte. Das ist der höchste Wert seit mehr als fünf Jahren. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem geringeren Anstieg auf plus 9,9 Punkte gerechnet.

Analysten sprachen von starken Zahlen. „Das bestätigt einfach die Richtung der Wirtschaft, die im dritten Quartal voraussichtlich ein starkes Wachstum aufweisen wird, insbesondere in der Industrieproduktion“, sagte Elisabeth Denison von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Zahlen unter Null deuten auf eine Abschwächung des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia im Osten der USA hin, positive Werte signalisieren ein Wachstum. Der Index gilt als wichtiges erstes Trendbarometer für die Entwicklung der gesamten Industrie, die rund ein Sechstel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht. Er zeigt nun den dritten Monat hintereinander eine Expansion an. Anfang September wird der Einkaufsmanager-Index des Institute of Supply Management (ISM) erwartet, der die Entwicklung der gesamten US-Industrie abbildet.

Der Geschäftsausblick für die kommenden sechs Monate sei auf den höchsten Stand seit Februar 1993 gestiegen, teilte die Philadelphia Fed weiter mit. Der Teilindex Neuaufträge stieg auf plus 14,6 (Vormonat plus 10,4) Punkte. Der Beschäftigungsindex fiel dagegen auf minus 8,7 (plus 0,8) Zähler und deutet damit auf eine weiterhin angespannte Lage am Arbeitsmarkt hin.

Auch andere Daten untermauerten die Erwartung einer konjunkturellen Erholung in der weltgrößten Volkswirtschaft. So stieg der Index der Frühindikatoren des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board im Juli wie von Analysten erwartet im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent auf 112,5 Zähler. Das US-Konjunkturbarometer gibt Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten.

Erfreuliche Nachrichten lieferten auch die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. So fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf 386 000 von 403 000 in der Vorwoche, während Volkswirte mit einem geringeren Rückgang auf 395 000 Anträge gerechnet hatten.

Die US-Börsen tendierten freundlich nach Veröffentlichung der Daten. Der Euro fiel zum Dollar deutlich unter 1,10 Dollar. Die Kurse der Staatsanleihen beidseits des Atlantiks gaben nach.

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