Präsident Fox ruft Programm „Sicheres Mexiko“ aus
Weltbank: Kriminalität in Mexiko gefährdet Investitionen

Die Gewaltkriminalität in Mexiko nimmt drastisch zu. Das gefährdet das Investitionsklima, warnen Weltbank und nationale Unternehmerverbände. In diesem Jahr hätten Morde und Verbrechen erschreckende Ausmaße angenommen, kritisiert Isabel Guerrero, Direktorin des Weltbank-Büros für Mexiko, Kolumbien und die Karibik.

HB MEXIKO-STADT. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden in den nördlichen Bundesstaaten an der Grenze zu den USA 750 Menschen auf offener Straße ermordet oder entführt und später tot aufgefunden. Dies entspricht fünf Morden pro Tag. Ursache sind meist Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Drogenkartellen. „Wir wissen, dass diese Art von Unsicherheit die Entscheidungen der Investoren beeinflusst“, sagt Weltbank-Direktorin Guerrero. Der Unternehmerverband CMHN verlangt von Präsident Vicente Fox, die Kriminalitätsbekämpfung in den Mittelpunkt seiner Politik zu stellen. Sonst sei der wirtschaftliche Fortschritt des Landes in Gefahr.

Nach einer Dringlichkeitssitzung seines Sicherheitskabinetts rief Fox kürzlich das Programm „Sicheres Mexiko“ ins Leben. Damit will er vor allem die Zusammenarbeit der verschiedenen Polizeien koordinieren und die Sicherheit in den Grenzstädten erhöhen. Inzwischen gibt die Regierung zu, dass im Norden des Landes Polizeieinheiten in den Drogenhandel verstrickt sind.

Mexiko, die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas, kann es sich kaum leisten, den Ruf als guter Investitionsstandort durch ein Defizit an Sicherheit zu verspielen. Im vergangenen Jahr flossen 16,6 Mrd. US-Dollar an Direktinvestitionen in das Land. Das war der zweithöchste Betrag in der Geschichte Mexikos und der zweithöchste in ganz Lateinamerika nach Brasilien.

Deutsche Unternehmen tragen dabei mit mehr als 800 Vertretungen und Firmen zu rund fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes bei. Zudem ist Deutschland innerhalb Europas der mit Abstand wichtigster Handelspartner Mexikos.

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