Preisanstieg schwächt sich ab
Strom wird teuer, Tanken billiger

Die Tankfüllung ist günstiger als vor einem Jahr, das Heizöl auch. Das dämpft den Anstieg der Verbraucherpreise – auch wenn Konsumenten für einige andere Produkte deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.
  • 27

WiesbadenDie jährliche Inflationsrate in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2010 gesunken. Im März stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit und bestätigte damit vorläufige Zahlen.

Seit Jahresbeginn ist die Teuerung drei Mal in Folge gesunken: Die Abschaffung der Praxisgebühr dämpft den Anstieg der Lebenshaltungskosten, zudem sind Kraftstoffe (minus 6,7 Prozent) und Heizöl (minus 6,2 Prozent) deutlich billiger als vor einem Jahr. Im Februar lag der Anstieg noch bei 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Januar bei 1,7 Prozent.

Hingegen zogen die Strompreise um 12,4 Prozent kräftig an. Die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage war zum Jahresbeginn um fast 50 Prozent erhöht worden. Auch Lebensmittel haben sich im März binnen Jahresfrist verteuert: Die Preise waren im Schnitt um 3,7 Prozent höher - für Obst musste sogar 9,7 Prozent mehr bezahlt werden. Bohnenkaffee verbilligte sich hingegen um 5,3 Prozent zum Vorjahr.

Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise im März um 0,5 Prozent. Saisonbedingt kletterten etwa die Preise für Pauschalreisen (plus 5,6 Prozent) und Flugtickets (plus 3,3 Prozent) deutlich.

Beim Gemüse (plus 4,3 Prozent) verteuerten sich insbesondere Kartoffeln (plus 10,4 Prozent). Billiger wurde Energie (minus 1,4 Prozent), vor allem die Preise für Mineralölprodukte (minus 3,3 Prozent) gaben nach.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im März 2013 um 1,8 Prozent über dem Stand von März 2012. Damit ist die jährliche Teuerungsrate in Deutschland erstmals seit Juli 2011 höher als im Euroraum insgesamt: Das Europäische Statistikamt Eurostat ging für März in einer ersten Schätzung von einer jährlichen Inflationsrate von 1,7 Prozent aus - 0,3 Prozentpunkte mehr als in Deutschland. Die EZB peilt mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Preisanstieg schwächt sich ab: Strom wird teuer, Tanken billiger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Selten wird verstanden welches Unheil und Elend unsere Politiker mit ihren unendlichen Transferzahlungen in alle Himmelsrichtungen anrichten. Sie wollen einfach nicht den freien Markt ans Steuer lassen, auch wenn der Karren längst an die Wand gefahren ist. Der Ökonom A.Laffer zeichnete einmal eine einfache Kurve auf eine Serviette, die das Prinzip erklärte warum Steuern und ein großer Staatsapparat die Produktivität kaputtmachen - unsere alteingesessenen Berufspolitiker sind von diesem einfachen Verständnis Lichtjahre entfernt.

  • Einfach alles an der EnErGiewende führt letztenendes zu mehr Verbrennung von Öl, Erdgas und Kohle. Die einzige Chance von den Fossilen wegzukommen wäre die Atomkraft, und die wollen die wohlstandsverwöhnten Deutschen nicht. Also gibts noch mehr Abhängigkeit von den Ölkonzernen, die mit Erdgas sogar noch in den Strommarkt einsteigen und uns zusätzlich von ihnen abhängig machen.

  • Alles Lüge. Wenn man ein Jahr lang seine Ausgaben fein vergleicht, wie in meinem Fall eine Familie mit 4 Personen, wenn man den Bedarf dieser Familie rechnet, liegt die Inflationsrate bei einm Plus von ca. 8 % innerhalb eines Jahres. Das sind die Fakten. Alles andere ist falsch, wählertäuschend und Betrug.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%