Preisantieg bei Rohstoffen und starker Euro bergen Risiken
Stärkstes Industrie-Wachstum seit drei Jahren

In der deutschen Industrie mehren sich die Zeichen für ein Ende der Krise. Darauf deutet der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) für Oktober hin, der auf 51,2 von 50,2 Punkten stieg. Vor allem ein besseres Neugeschäft bereitet den Weg aus dem Konjunkturtal.

HB BERLIN. Vor allem eine stärkere Nachfrage aus dem Ausland bescherte dem Sektor das stärkste Wachstum seit mehr als zweieinhalb Jahren, wie die monatliche Umfrage der Forschungsgruppe NTC unter 400 Einkaufsmanagern ergab. NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson verwies auf die starke Nachfrage nach Investitionsgütern: „Das ist ein sehr ermutigendes Signal für den wirtschaftlichen Aufschwung.“ Auch Volkswirte sahen ihre Aufschwungserwartungen bestätigt. „Es geht tatsächlich aufwärts - das bedeutet der Anstieg“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank.

Die befragten Manager registrierten den deutlichsten Produktionsanstieg seit Februar 2001. Angesichts der neuen Aufträge mussten viele Unternehmen ihre Kapazitäten voll ausschöpfen. Gleichwohl ging der Beschäftigungsabbau weiter: Statt auf neue Mitarbeiter setzen die Firmen auf Produktivitätssteigerungen. Der Anstieg des Index übertraf die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Wert von 51,0 Zählern gerechnet hatten. Vergangene Woche hatte bereits der Ifo-Index gezeigt, dass deutsche Firmen sowohl ihre gegenwärtige Lage als auch ihre Geschäftsaussichten optimistischer bewerten. Auch in der Euro-Zone lag der EMI mit 51,3 nach 50,1 Punkten über der Schwelle von 50 Zählern, ab der der Index Wachstum anzeigt.

„Zurückzuführen ist der weitere Anstieg des EMI auf die deutliche Verbesserung des Neugeschäftes“, berichtete NTC. Vor allem die Aufträge aus dem Ausland legten kräftig zu; der entsprechende Teilindex erreichte den höchsten Stand seit knapp drei Jahren. Die stärkste Nachfrage kommt nach Worten von Williamson aus den USA, aber auch aus den Niederlanden und Asien. Der starke Euro mit Kursen zwischen 1,14 und 1,16 Dollar überkompensierte die Auslandsnachfrage zwar nicht, zwang die Unternehmen aber zu Preissenkungen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig milderte der Euro Preiserhöhungen bei Metall und Rohöl, die üblicherweise in Dollar abgerechnet werden.

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