Preisdruck in Deutschland höher als erwartet
Öl und Lebensmittel jagen Preisindex in die Höhe

Deutliche Preissteigerungen bei Heizöl und Kraftstoffen haben die Jahresteuerungsrate in Deutschland auf den höchsten Wert seit zwei Jahren steigen lassen. Sie liegt nun über der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Preisstabilität bei Raten unter zwei Prozent gewahrt sieht.

HB WIESBADEN. Im September kletterte die Jahresteuerungsrate auf 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach vorliegenden Ergebnissen aus sechs Bundesländern mitteilte. Im Vergleich zum August kletterten die Preise um 0,2 Prozent.

Hauptursache für den deutlichen Anstieg der Inflationsrate sind die stark gestiegenen Preise für Heizöl und Kraftstoffe. Diese legten laut Bundesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 1 bis 6 Prozent beziehungsweise 8 bis 11 Prozent zu.

Auch Lebensmittel wurden überdurchschnittlich teurer (zwischen 1,8 und 3,4 Prozent). Dabei fielen vor allem die Preisanhebungen für Butter, Vollmilch sowie Käse um teils 40 Prozent ins Auge, wie der Blick auf die Ergebnisse einzelner Bundesländer zeigt. Billiger wurden dagegen Obst, Gemüse und Unterhaltungselektronik.

Der Preisauftrieb fiel stärker aus, als Konjunkturexperten erwartet hatten. Statt einer Zunahme von 0,2 Prozent im Vergleich zum August hatten sie durchschnittlich mit lediglich 0,1 Prozent gerechnet.

Dennoch glauben die Analysten der Commerzbank nicht, dass die neuen Zahlen die Wende hin zu einem stärkeren Preisauftrieb in Deutschland markieren. Tatsächlich sei die Teuerungsrate immer noch niedrig, da aktuell deutlich mehr als ein Prozentpunkt durch staatliche Maßnahmen wie die höhere Mehrwertsteuer und die Einführung von Studiengebühren verursacht werde. Ein stärkerer Preisauftrieb zeichne sich auch nicht ab, da trotz der zuletzt höheren Tarifabschlüsse die Lohnstückkosten auch 2008 nur geringfügig steigen würden, erklärte Konjunkturexperte Ralph Solveen.

Für die Erhebung hat das Amt zunächst Daten aus sechs Bundesländern ausgewertet. Die endgültigen Ergebnisse sollen am 16. Oktober vorliegen.

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