Preise steigen
Japan verlässt erstmals Deflationsspirale

Ironie des Schicksals: Da entrinnt Japan erstmals seit Jahren der Deflationsspirale - und dann gibt es dafür so einen traurigen Anlass.
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Tokio

Japan ist zum ersten Mal seit 2008 dem wirtschaftlichen Abwärtssog stetig fallender Preise, kurz Deflation, entronnen. Das meldet die japanische Regierung. Doch der Grund dafür ist weder ein ökonomischer Aufschwung noch sind es fruchtende Maßnahmen der Regierung oder der japanischen Notenbank. Hinter dem leichten Anstieg der Preise steckt vielmehr die Erdbeben,- Tsunami und Atomkatastrophe.

Die Verbraucherpreise stiegen im April um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, weil durch das Abschalten des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima die Energiekosten kletterten ebenso wie die Lebensmittelpreise, da bestimmte Produkte wie etwa Wasser knapp wurden. Kaoru Yosano, Japans Wirtschaftsminister, ließ denn gleich auch verkünden, dass die jüngsten Zahlen keine nachhaltige Inflation signalisierten.

"Es ist zu früh, an ein Ende der Deflation zu glauben", hieß es von offizieller Seite. Dazu passt, dass das Wirtschaftsministerium gleichzeitig bekannt gab, dass die Einzelhandelsumsätze im April um 4,8 Prozent zurück gegangen sind - bislang ein sicheres Zeichen dafür, dass die Verbraucher sich in Erwartung fallender Preise bei Einkäufen zurückhalten.

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